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Lieberberg will Show für 10.000 Menschen beantragen

Bei einer Kundgebung vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt, an der am 22. Juni rund 500 Veranstalter und Mitarbeiter der Livbebranche teilnahmen, fand Marek Lieberberg deutliche Worte. Die Menschen in der Branche seien "kaltgestellt und vergessen" worden. Er wolle nun ein Open-Air-Konzert für 10.000 Besucher ausrichten.

23.06.2020 10:50 • von Dietmar Schwenger
Fand wieder klare Worte für die Lage der Branche: Marek Lieberberg (Bild: Live Nation)

Bei einer Kundgebung vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt, an der am 22. Juni 2020 rund 500 Veranstalter und Mitarbeiter der Livbebranche teilnahmen, fand Marek Lieberberg deutliche Worte. Sein Unternehmen habe bislang 1500 Shows mit 1,52 Millionen Besucher auf das Jahr 2021 verschieben müssen. "Wenn der Re-Start jetzt nicht gedrückt wird, dann wird es auch im nächsten Jahr keine Konzerte geben", zitiert die "Bild"-Zeitung den CEO Live Nation GSA.

"Genug ist genug. Unser geschätzte Kanzlerin spricht von Mut und Vorsicht. Damit kommen wir nicht weiter. Unsere Branche besteht nicht aus Veranstaltern, sondern aus Hunderttausenden die dafür arbeiten: Aufbauhelfer, Ordner, Caterer, Techniker. Alle sind kaltgestellt und vergessen worden. Die müssen wir in Erinnerung zurückrufen", so Lieberberg weiter.

Während Theater subventioniert würden, sei das Herzstück der Kultur, Livekonzerte und Auftritte, sowie die Menschen, die dafür arbeiteten, während der Corona-Krise hinten runtergefallen, sagte Lieberberg zudem laut der "Frankfurter Rundschau" bei der Protestveranstaltung. "Noch haben wir uns selbst beatmet, wir sind nicht intubiert worden und wollen auch nicht intubiert werden. Alles, was wir haben wollen, ist Hilfe zur Selbsthilfe, um dieser Branche hier zu ihrem Recht zu verhelfen."

Deswegen will Lieberberg in der Commerzbank Arena noch Ende August eine Show für 10.000 Besucher ausrichten - mit Abstand und Masken. "Ich weiß, dass man von Seiten des Gesundheitsamtes dem positiv gegenübersteht. Ich bin gespannt, was die Hessische Staatskanzlei dazu zu sagen hat."

Der Initiator der Kundgebung, Stefan Schornstein, führte aus, dass Konzerte und Auftritte in Autokinos wirtschaftlich allenfalls eine schwarze Null bedeuteten, aber keine Lösung seien, um zu überleben. "Wir können unter der Einhaltung der geforderten Mindestabstände keine Veranstaltungen machen, ohne dabei ein horrendes Minusgeschäft zu produzieren. Das gilt für kleine Theater ebenso wie für große Hallen", zitiert "die "Frankfurter Rundschau" den Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur S-Promotion.

An der Aktion nahmen zudem Künstler wie die Ehrlich Brothers, Bülent Ceylan, Johannes Scherer, Maddin Schneider, Mundstuhl, Marc Marshall, Andreas Scholl, Faisal Kawusi, Michi Herl und Comedian Henni Nachtsheim von Badesalz teil, der laut "FR" formulierte: "Wir sind nicht weniger wichtig als die Lufthansa!" Sein Badesalz-Kollege Gerd Knebel versucht es ironisch: "Wir würden gerne auf den Mallorca-Flügen spielen. Einmal hin, einmal zurück. Da soll die Luft ja so gut sein."

Wohlwollend begleitete auch Moritz Jaeschke, Geschäftsführer der gastgebenden Jahrhunderthalle, die Aktion: "Wir haben die Kundgebung gestern sehr gern unterstützt und uns natürlich auch an der Night of Light beteiligt. Es ist wichtig, dass die Branche durch solche Aktionen aktuell Öffentlichkeit erzeugt und in Richtung Politik Druck ausübt. Die Veranstaltungswirtschaft braucht dringend eine Richtung und Perspektive."