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New York Edition des Reeperbahn Festivals stieg online

Coronabedingt fand die New York Edittion des Reeperbahn Festivals erstmals als Digital-Event statt. Alexander Schulz zeigt sich zufrieden, "dass wir wenigstens noch einer kleinen Gruppe von Unternehmer*innen ein sehr gehaltvolles virtuelles Angebot präsentieren konnten".

18.06.2020 16:42 • von Frank Medwedeff
Funktionierte auch als virtuelles Branchenevent: die New York Edition des Reeperbahn Festivals (Bild: Lisa Meinen)

Normalerweise bricht das Reeperbahn Festival, "begleitet von einer stetig wachsenden Delegation aus Vertreter*innen der Musikwirtschaft", seit fünf Jahren regelmäßig Mitte Juni nach New York zu seiner dortigen Edition auf. Das vom Auswärtigen Amt unterstützte Reeperbahn-Festival-Spin-Off sei mit seinen Panel-Beiträgen, Matchmaking-Sessions sowie einem europäisch besetzten Showcase-Abend längst zum festen Bestandteil der A2IM (American Association of Independent Music) Indie Week avanciert. "Da jedoch der Terminus 'normal' für 2020 ganz offensichtlich gestrichen wurde", wie es aus Hamburg heißt, fand die Reeperbahn Festival New York Edition in diesem Corona-Jahr vom 15. bis 18. Juni erstmals als reines Online-Event statt.

Die diesjährige Reeperbahn-Delegation bestand demnach "aus 29 Musikwirtschaftsvertreter*innen aus elf Nationen" (Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Niederlande, Ungarn, Polen, Norwegen, Dänemark, Portugal, Rumänien), unter anderem aus den Bereichen Publishing, Management, Distribution, Label Management und Licensing.

Neben der Gelegenheit zur Teilnahme an allen offiziellen Programmpunkten der A2IM Indie Week mit zahlreichen Panels, Keynotes, Chapter Hangs und Virtual Lobby standen "der Erfahrungsaustausch aller Teilnehmer*innen untereinander sowie Matchmaking-Sessions auf der täglichen Agenda".

Zwei digitale Firmenbesuche - am 15. Juni bei Primary Wave, einem der größten unabhängigen US-Unternehmen für Publishing und Management, und am 16. Juni beim Brooklyner Indie-Label Greenway Records - mit anschließenden Gesprächsrunden "mit den jeweiligen Entscheider*innen boten den Teilnehmer*innen detaillierte Einblicke in die aktuelle US-Indie-Szene".

Der 17. Juni stand dann ganz im Zeichen des Panels "Global Music Streaming in Times of Crisis - Resilience, Risk, Hope?" - dem offiziellen Programmpunkt des Reeperbahn Festivals im Rahmen der A2IM Indie Week.

Unter der Moderation von AC Coppens (CEO & Founder The Catalysts) diskutierten Jorge Brea (CEO & Founder Symphonic), Marit Posch (General Manager Germany IDOL und Artist Manager Catnapp) sowie Glenn Peoples (Lead Analyst "Billboard") die Wachstums-Prognose sowie die Herausforderungen des globalen Streamingmarktes für die kommenden zehn Jahre. Die Fragestellungen widmeten sich neben der ökonomischen Stabilität in Zeiten der Krise auch dem nach wie vor umstrittenen Verteilungsmodell für Indie-Labels und -Künstler*innen. Die anschließende virtuelle Networking-Reception gab erneut Gelegenheit zum Austausch zwischen den teilnehmenden Unternehemensrepräsentanten aus Amerika und Europa.

Tina Funk, Managing Director Concord Music, zeigt sich sehr zufrieden mit dem Online-Branchentreff: "Wenn das die Feuertaufe war für eine digitale weltweite Reeperbahn-Festival-Konferenz, dann hat das Reeperbahn Festival sie mit Bravour bestanden! Hervorragende Koordination und Services aus Hamburg heraus, so perfekt wie charmant. Gutes A2IM Panel-Programm und eine spannende, heterogene Reeperbahn-Festival-Delegation im lebendigen Austausch. Danke, dass ich dabei sein konnte."

Auch Christian Baierle, Managing Director Roba Music Publishing, zieht ein positives Fazit: "New York ist neben LA und Nashville einer der wichtigen Musikmärkte in den USA. Normalerweise besuchen wir unsere Partner dort regelmäßig. Aufgrund der Corona-Pandemie war dies in diesem Jahr bislang nicht möglich, und so bot es sich an, unsere Treffen in den virtuellen Raum der Reeperbahn Festival New York Edition zu verschieben. Es war spannend zu erleben, dass es möglich ist, eine solche Veranstaltung auch im virtuellen Raum durchzuführen, auch wenn damit längere Nachtschichten aufgrund der Zeitverschiebung verbunden waren. Ich bin sehr positiv angetan, wie genau und mit welcher sehr guten Vorbereitung das Organisationsteam des Reeperbahn Festivals die virtuelle Konferenz vorbereitet hat. Dafür gebührt ihnen ein ganz herzlicher Dank."

Alexander Schulz, CEO Reeperbahn Festival, bilanziert: "Auch wenn wir für unsere Veranstaltung in New York ursprünglich ein einmalig umfangreicheres Programm geplant hatten als in den Vorjahren, so sind wir doch froh, dass wir wenigstens noch einer kleinen Gruppe von Unternehmer*innen ein sehr gehaltvolles virtuelles Angebot in den den vergangenen vier Tagen präsentieren konnten. Einige der eilig entwickelten Bausteine, die aus der Not geboren wurden, haben definitiv das Potenzial, sich für den musikkulturellen und musikwirtschaftlich erfolgreichen Austausch in Zukunft zum ergänzenden Standard zu entwickeln. Insofern freue ich mich auf unsere ebenfalls vom Auswärtigen Amt geförderten Veranstaltungen in Nashville und Peking im Sommer, im Zuge derer wir die in den letzten Tagen gemachten Erfahrungen verfeinern können, weil dann reale Formate mit den virtuellen kombiniert werden."

Die von Schulz angesprochenen "Reeperbahn Festival International"- Programme in Nashville und Peking sollen in diesem Jahr zeitgleich stattfinden. Die interessierten Unternehmensvertreter*innen kommen vom 27. bis 29. August in Berlin zusammen, um von dort aus virtuell mit den Partnerveranstaltungen in den beiden Destinationen verknüpft zu werden. Teile des Programms werden in Kooperation mit der Music Business Association zusammengestellte Inhalte sein, zudem sind diverse Verknüpfungen mit der in Peking stattfindenden WISE Music Conference geplant.

Im Zusammenhang mit diesem neuen Format ist zudem für den 28. August die Bekanntgabe der diesjährigen Nominierten des internationalen Talent-Wettbewerbs Anchor terminiert, was in den lezten Jahren sonst auch im Rahmen der New York Edition des Reeperbahn Festivals üblich war.

Weitere Informationen seien fortlaufend unter www.international.reeperbahnfestival.com sowie www.anchor-award.com zu finden.