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Veranstalter und Künstler demonstrieren in Frankfurt

Unter dem Motto "MitAbstandgehtsnicht" rufen Künstler und Veranstalter am 22. Juni zu einer Kundgebung auf dem Gelände vor der Frankfurter Jahrhunderthalle auf, um auf ihre coronabedingte Notlage aufmerksam zu machen.

18.06.2020 15:22 • von Dietmar Schwenger
Hier steigt am 22. Juni eine Demonstration von Künstlern und Veranstaltern: das Gelände der Jahrhunderthalle Frankfurt (Bild: Jahrhunderthalle Frankfurt)

Unter dem Motto "MitAbstandgehtsnicht" rufen Künstler, Veranstalter, Theater, Agenturen und deren Subunternehmer am 22. Juni 2020 zu einer Kundgebung auf dem Gelände vor der Frankfurter Jahrhunderthalle auf, um auf ihre coronabedingte Notlage aufmerksam zu machen. Die Demonstration soll um 11:55 Uhr beginnen - ein symbolischer Verweis darauf, dass es angesichts der dramatischen Situation der Branche "fünf vor zwölf" sei.

Auf der Bühne wollen die Teilnehmer stellvertretend für eine ganze Branche ihre Stimme erheben. Angekündigt haben sich bereits Künstler wie Urban Priol, Bülent Ceylan, die Ehrlich Brothers, Mario Barth, Badesalz, Andreas Scholl, Marc Marshall, Mundstuhl, Nicolai Friedrich, Faisal Kawusi, Katalyn Hühnerfeld und Jonathan Zelter sowie Michael Herrmann (Intendant Rheingau Musik Festival) und Martin Rassau (Geschäftsführer Comödie Fürth).

In Berufung auf das Kampagnenmotto "Mit Abstand geht es nicht" erklären die Initiatoren, dass "diese bittere Erkenntnis" nicht das Ende für die Branche sein dürfe. "Wenn es nicht jetzt ernstgemeinte politische Lösungen gibt und vor allem finanzielle Unterstützungen, drohen in Kürze Massenentlassungen aus diesem Wirtschaftszweig und Privatinsolvenzen in nie dagewesener Höhe. Das betrifft nicht nur Künstler, es steht zu befürchten, dass viele freie Theater - und Veranstaltungsstätten diese Krise nicht überstehen."

Stefan Schornstein, Geschäftsführer S-Promotion und Initiator der Kundgebung, führt aus: "Ein Deutschland ohne die kulturelle Vielfalt wäre die Folge, ohne Konzerte, ohne Theater, ohne Lesungen, ohne Kabarett und Comedy. Wir können unter der Einhaltung der geforderten Mindestabstände keine Veranstaltungen durchführen, ohne dabei ein horrendes Minusgeschäft zu produzieren, das gilt für kleine Theater ebenso wie für große Hallen."