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Reeperbahn Festival setzt andere Schwerpunkte bei Konferenz und Liveprogramm

Wegen der Corona-Krise verlagert sich der bislang stark international ausgerichtete Fokus beim Liveprogramm des Reeperbahn Festivals auf nationale sowie Acts aus dem europäischen Ausland. Auch das Konferenzprogramm wird 2020 anders aussehen.

18.05.2020 11:48 • von Dietmar Schwenger
Sollen zum Einsatz kommen: Musikinstrumente beim Reeperbahn Festival (Bild: Lisa Meinen)

Wegen der Corona-Krise verlagert sich der bislang stark international ausgerichtete Fokus beim Liveprogramm des Reeperbahn Festivals auf nationale sowie Acts aus dem europäischen Ausland.

Man versuche derzeit, das Reeperbahn Festival zu planen, heißt es aus Hamburg. "In Abstimmung mit den zuständigen Behörden arbeitet das Reeperbahn Festival an einem Szenario, das eine Durchführung der Veranstaltung im September unter Einhaltung aller Abstands- und Hygiene-Vorgaben ermöglicht." Deshalb habe man sich entschieden, mit den Planungen einer "pandemiegerechten Durchführung des Reeperbahn Festivals" zu beginnen.

Das soll "zu jedem Zeitpunkt" die Sicherheit der Besucher, Partner, Künstler und Mitarbeiter gewährleisten, wenn das Festival vom 16. bis 19. September 2020 stattfindet. "In sorgfältigen Planungen für die besonderen Abläufe wird das Reeperbahn Festival mit allen teilnehmenden Spielstätten individuelle Umsetzungskonzepte entwickeln."

"Die seit Verhängung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus gemachten Erfahrungen, Existenzfragen und Perspektiven werden die Inhalte des Reeperbahn Festivals 2020 prägen", sagt Alexander Schulz, CEO Reeperbahn Festival. "Wir erwarten fundamental veränderte Themenschwerpunkte. Die wichtigen zu behandelnden Fragestellungen reichen von der Bedeutung von Kultur im gesamtgesellschaftlichen Wertekanon, über wirtschaftliche Existenznöte bis hin zu praktischen Maßnahmen zum sukzessiven Wiedereinstieg in den Geschäftsbetrieb. Wir wollen uns diesen Themen endlich wieder im persönlichen Austausch widmen und Musik live und gemeinsam erleben."

Neben der erforderlichen deutlich geringeren Besucherzahl erwarte man aufgrund der besonderen Situation einen wesentlich höheren Publikums-, Künstler-, Sprecher- und Partneranteil aus Europa und Deutschland, so Schulz weiter. "Der Umfang des Programmangebotes allerdings sollte sich nicht wesentlich verändern."

"Aufgrund der besonderen Gegebenheiten wollen wir die ökonomische Komponente beim diesjährigen Reeperbahn Festival komplett ausblenden", betont der Reeperbahn-CEO. Absolute Priorität soll die Erarbeitung der neuen praktischen Prozesse für die Veranstaltungsdurchführungsszenarien unter Pandemiebedingungen gemeinsam mit Partnern wie Spielstätten oder Veranstaltern haben.

Gleichzeitig gibt Schulz zu bedenken: "Selbstverständlich stehen der Schutz und die Sicherheit unserer Besucher*innen, Partner*innen, Künstler*innen und Mitarbeiter*innen nach wie vor an erster Stelle und es ist klar, dass die Lage nach wie vor sehr dynamisch und unberechenbar bleibt. Aber nach allem, was wir heute von den für uns zuständigen Behörden wissen, glauben wir an einen langsamen, behutsamen und geregelten Weg in eine neue Ära der Kulturpräsentation und Kulturwirtschaft mit und nach Corona. Diesen Prozess wollen wir mit dem Reeperbahn Festival 2020 begleiten, mitgestalten und gemeinsam mit unseren Besucher*innen erleben."