Unternehmen

Universal Music zu Jahresbeginn zweistellig im Plus

Passend zur Hauptversammlung legte der Vivendi-Konzern am 20. April einen Zwischenbericht zum ersten Quartal 2020 vor. Für Universal Music weist die Bilanz organisch ein Umsatzplus von fast 13 Prozent aus.

20.04.2020 15:31 • von
Zeigt noch keine Corona-bedingten Effekte: die Umsatzbilanz des Vivendi-Konzerns für seine Tochter Universal Music im ersten Quartal 2020 (Bild: Vivendi-Präsentation, Screenshot)

Passend zu der in den Onlinebereich verlegten Hauptversammlung legte der Vivendi-Konzern am 20. April einen Zwischenbericht zum ersten Quartal 2020 vor. Für die Universal Music Group weist die Bilanz ein Umsatzplus im prozentual zweistelligen Bereich aus.

Konzernweit setzte Universal Music von Anfang Januar bis Ende März des neuen Jahres global 1,769 Milliarden Euro um. Vor Jahresfrist erzielte die Musiktochter des französischen Konzerns noch Einnahmen von 1,502 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- oder Verkäufe lag das von Vivendi als "organisch" bezeichnete Plus damit bei 12,7 Prozent, lässt man diese Flächenbereinigung außen vor, lag das Plus gar bei 17,8 Prozent.

Zu den Umsätzen des ersten Quartals des neuen Geschäftsjahres steuerte die Plattenfirmensparte im Bereich Recorded Music Einnahmen in Höhe von 1,432 Milliarden Euro bei, ein organisches Plus von 13,1 Prozent. Größter Umsatzbringer war die Vermarktung von Musik über Abo-Angebote und Streamingplattformen, die um 16,5 Prozent auf 908 Millionen Euro wuchs. Aber auch, wenn man die englischsprachigen Märkte im Fokus hat und die Firmenzentrale von Universal Music im kalifornischen Santa Monica liegt, so bleiben die Streamingumsätze der Recorded-Music-Sparte nach der Umrechnung in Dollar zum Kurs von 1,09 Dollar für einen Euro vom 20. April zur Mittagszeit in Deutschland mit gut 986 Millionen Dollar doch unter der natürlich schlagzeilenträchtigen Milliardenmarke.

Interessant erscheint derweil, dass die Vivendi-Bilanz für Universal Music selbst im Bereich der sonstigen Digitalumsätze, womit vor allem Downloads gemeint sind, diesmal aber auch eine nicht näher benannte Lizenzstreitigkeit, ein deutliches Umsatzplus ausweist, und auch im physischen Bereich mit 196 Millionen Euro einen Wert, der um drei Millionen über der Vergleichszahl des Vorjahresquartals liegt, um Währungseffekte bereinigt aber dennoch mit einem Minus von 1,4 Prozent zu Buche schlägt.

Die Verlagsaktivitäten von Universal Music Publishing legten in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nach Umsätzen um 17,7 Prozent auf 271 Millionen Euro zu. Die Merchandising-Sparte verbuchte hingegen bei 70 Millionen Euro ein Umsatzminus von 4,9 Prozent - vor allem aufgrund geringerer Aktivitäten im Touringgeschäft.

Das dürfte auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres so bleiben, auch wenn die Vivendi-Konzernzentrale ihre Musiktochter angesichts der Corona-Krise keineswegs als Sorgenkind betrachtet: Die Bilanz des ersten Quartals sei noch kaum beeinträchtigt von der Covid-19-Pandemie, heißt es aus Paris. Darüber hinaus aber beobachte man deren Auswirkungen auf die eigenen Aktivitäten sehr genau und rechne dabei vor allem bei den Töchtern Havas, Editis und Vivendi Village mit entsprechenden Effekten. In den Kerngeschäftsfeldern aber zeigt man sich bei Vivendi zuversichtlich.

Das soll demnach ganz offenbar auch für die Universal Music Group gelten, deren zwischenzeitlich nach einer Covid-19-Infektion erkrankter Chairman & CEO Lucian Grainge erst jüngst verkündet hatte, auf dem Weg zur Genesung zu sein.

Natürlich streicht man bei Vivendi im Q1-Rückblick auch den Verkauf eines Anteils von zehn Prozent an der Universal Music Group an ein Tencent-Konsortium heraus, darüber hinaus aber bestätigt die Konzernspitze bloß bereits bekannte Eckpunkte wie die Option auf den Verkauf weiterer zehn Prozent an Tencent oder den bis spätestens fürs Frühjahr 2023 angepeilten Schritt, Universal Music an die Börse zu bringen.

Text: Knut Schlinger