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Grüne fordern Kulturrettungsfonds

Am 17. April luden Bündnis90/Die Grünen zu einer Diskussion unter dem Motto "Wie übersteht der Kulturbetrieb die Corona-Krise?". Mit den Gästen wollte die Partei über ihre Vorschläge für einen Kulturrettungsfonds des Bundes diskutieren.

17.04.2020 14:45 • von Jonas Kiß
Sprachen in einer öffentlichen Videokonferenz: Erhard Grundl (oben, dritter von links) und Katrin Göring-Eckhardt (vierte von links) von Bündnis90-Die Grünen mit Gästen und Teilnehmern (Bild: Screenshot, youtube.com)

Am 17. April luden Bündnis90/Die Grünen zu einer öffentlichen Diskussion unter dem Motto "Wie übersteht der Kulturbetrieb die Corona-Krise?". Es ging um die Maßnahmen der Bundesregierung zur Hilfe von Kulturschaffenden in der Corona-Krise. Neben den bisherigen Rettungsschirmen der Bundesregierung fordern Bündnis90/Die Grünen einen eigenen Kulturrettungsfonds, mit passgenauen Maßnahmen für die jeweiligen Kulturbranchen, der von Experten-Kommissionen erarbeitet werden soll. Mit den Gästen und Teilnehmern wollte die Partei über ihre Vorschläge für einen Kulturrettungsfonds des Bundes diskutieren.

Dabei sprachen Katrin Göring-Eckardt (MdB, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen) und Erhard Grundl (MdB, Sprecher für Kulturpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen) mit Henning May von der Band AnnenMayKantereit, Pamela Schobeß (Krisenstab der LiveKomm/Clubcommission und Betreiberin Club Gretchen) und Stephan Behrmann (Geschäftsführer Bundesverband Freie Darstellende Künste).

Für Henning May, der mit seiner Band eigentlich eine internationale Tour geplant hatte, sei eines der Hauptprobleme, dass es derzeit überhaupt keine Planungssicherheit gebe. Man müsse konkrete Szenarien entwickeln, wie es in naher Zukunft weiter gehen soll. "Da wird gerade überhaupt nichts erarbeitet", sagte May.

Auch für Pamela Schobeß und andere Clubbetreiber sei die Planungsunsicherheit eine Katastrophe. "Wir überlegen mit der LiveKomm und Clubkommission mögliche Exit-Strategien. Wenn bis August keine weiteren Hilfen kommen, wird es keine Clubs mehr geben, oder nur eine Handvoll", sagte Schobeß: "Die Kreditprogramme sind für die meisten Spielstätten nicht zu machen. Viele Spielstättenbetreiber haben keinen Kredit bekommen. Unsere Firma hat zwar in Berlin 15.000 Euro als Soforthilfe bekommen, aber das reicht nur, um die Miete des Clubs für zweieinhalb Monate zu bezahlen."

Auch Erhard Grundl berichtete, dass die an seine Partei gerichteten Hilferufe stündlich zunehmen: "Es gibt Probleme mit Krediten, Gewerbemieten und vielem mehr. Die Rettung der kulturellen Infrastruktur ist das wichtigste, denn sie steht auf dem Spiel. Wir wollen einen eigenen Kulturrettungsfonds. Denn bei den jetzigen Hilfen fallen viele, die in der Kulturbranche im Hintergrund arbeiten, durchs Raster. Dieser Fonds soll Ausfälle auffangen und Hilfen geben, die nicht zurückgezahlt werden müssen."