Handel

Deutsche Unterstützung für Kampagne loverecordstores

An #loverecordstores beteiligen sich nun auch deutsche Musiker und unabhängige Musikunternehmen. Die Social-Media-Kampagne will auf die Situation des stationären und Onlinehandels mit Tonträgern in der Corona-Krise aufmerksam machen.

09.04.2020 15:17 • von Dietmar Schwenger
loverecordstores (Bild: VUT)

An #loverecordstores beteiligen sich nun auch deutsche Musiker und unabhängige Musikunternehmen. Die Social-Media-Kampagne will auf die Situation des stationären und Onlinehandels mit Tonträgern in der Corona-Krise aufmerksam machen.

Vor diesem Hintergrund signalisieren jetzt auch deutsche Acts wie die Sterne und Hundreds sowie Labels wie City Slang, ACT Music, PIAS Germany und Cargo Records ihre Unterstützung für #loverecordstores. Die globale Kampagne startete unter Mitwirkung von Künstlern wie Elton John, Kate Tempest und Bobby Gillespie (Primal Scream) bereits Ende März 2020 in Großbritannien.

Die Kampagne ruft Musiker, Künstler, Schauspieler und prominente Musikfans auf der ganzen Welt auf, unter dem Hashtag der Kampagne kurze Videoclips von sich zu teilen, in denen sie ihre ganz persönliche Verbindung zu einem besonderen Geschäft oder auch zu Plattenläden im Allgemeinen schildern. Diese Videos sollen dann die Fans ermutigen, weiterhin bei ihren Lieblingsgeschäften einzukaufen, wo immer dies möglich ist.

"Es sind vor allem die kleinen inhabergeführten Indie Stores, die uns in den letzten Jahren immer wieder bei der Entwicklung und Etablierung neuer Künstler*innen unterstützt haben, sodass es nur gerechtfertigt ist, diesen Support zurück zu zahlen", sagt Stefan Strüver, Geschäftsführer PIAS Germany. "Viele der kleinen Stores haben sich aktuell Ideen und Initiativen überlegt, mit denen sie versuchen, auch weiterhin Umsatz zu generieren. Ich hoffe, dass sich viele Akteure der deutschen Musikszene der Kampagne anschließen, um den Stores durch die schwere Zeit zu helfen."

VUT-Geschäftsführer Jörg Heidemann betont, dass die Schließung von Einzelhändlern und Lagern, die Beeinträchtigung der Lieferketten und auch die Priorisierung anderer Produkte im Onlinehandel aktuell die Einkommensquellen vieler Musikunternehmner lahmlege. "Es gibt tolle Online-Shops und stationären Handel, den man zwar nicht zwingend als systemrelevant, aber unbedingt als Wirtschafts- und glücksrelevant bezeichnen muss. Diese Struktur wollen wir mit diesem Aufruf unterstützen. Meine persönliche Meinung: Wenn ihr nicht in trostlosen Kellern stöbern oder bei komischen Online-Händlern kaufen wollt, kauft stationär, lokal, am besten regional!"

"Wir bei Cargo wissen das Netzwerk unserer unabhängigen Plattenläden nicht nur als wichtiges Outlet, sondern auch als Ort des kulturellen Austausches zu schätzen", fügt Birte Wiemann von Cargo Records und 375 Media an. "In diesem Bewusstsein haben wir schon 2009 den Record Store Day nach Deutschland geholt. Uns ist der Tipp aus dem Plattenladen noch immer mehr wert als jeglicher Algorithmus. Deshalb müssen die ungeheure Kreativität der Plattenläden selbst und die beispiellose Solidarität der Plattenladensupporter*innen nicht nur in dieser Krise nach Kräften unterstützt werden. #Loverecordstores ist kein Statement, sondern eine Aufforderung. Tun wir gemeinsam, was wir können!"

Und für Christof Ellinghaus, Geschäftsführer City Slang, steht fest: "Egal ob Beverungen oder Berlin, der unabhängige Plattenhandel ist und bleibt ein wichtiger Motor und Multiplikator der örtlichen Musikwirtschaft. Dass das auch nach dem Virus noch so ist, müssen wir genau jetzt sichern!" ­­