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Regierung beschließt Gutscheinlösung

Das Corona-Kabinett hat laut Angaben von Teilnehmern entschieden, dass Ticketkäufer bei abgesagten Events Gutscheine und kein Bargeld erhalten sollen.

08.04.2020 13:46 • von Dietmar Schwenger
Ihr Kabinett macht sich für die Gutscheinlösung stark: Bundeskanzler Angela Merkel (Bild: Laurence Chaperon, CDU)

Das Corona-Kabinett hat laut Angaben von Teilnehmern entschieden, dass Ticketkäufer bei abgesagten Events Gutscheine und kein Bargeld erhalten sollen. Wenn wegen der Coronakrise Kultur-, Sport- oder Freizeitveranstaltungen ausfallen, sollen Nutzer mit Gutscheinen entschädigt werden. Einen Gesetzentwurf dazu hat das Kabinett verabschiedet.

Hat ein Veranstalter Konzerte oder andere Events wegen der Pandemie absagen müssen, darf er nun für vor dem 8. März erworbene Tickets den Käufern anstelle einer Erstattung in der Regel einen Gutschein geben. Nur in Ausnahmefällen können Kartenbesitzer ihr Geld zurückerhalten. Sollte der Gutschein bis zum 31. Dezember 2021 nicht eingelöst worden sein, bekommen Kunden ihr Geld zurück. Zudem plant die Regierung auch Härtefallklauseln für alle Kunden, für die ein Gutschein wegen ihrer "persönlichen Lebensumstände" nicht zumutbar wäre.

Das vom Kabinett beschlossene Papier ist laut "Tageschau" eine "Formulierungshilfe" für einen Gesetzentwurf. Formal einbringen sollen ihn die Koalitionsfraktionen im Bundestag, also Union und SPD, weil das schneller gehe als der reguläre Gesetzgebungsprozess.

In einer ersten Stellungnahme begrüßt CTS Eventim die Initiative des Bundeskabinetts. Kultur sei systemrelevant, und der von der Regierung beschlossene Gesetzvorschlag bringe dringend notwendige Ergänzungen zum geltenden Veranstaltungs-Vertragsrecht, die die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19 Pandemie für Veranstalter und damit für die gesamte deutsche Kulturbranche abmildern, heißt es aus Bremen.

"Der Beschluss ist ein ganz wichtiger Schritt zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt in Deutschland", kommentiert CTS-Eventim-CEO Klaus-Peter Schulenberg. "Zugleich ist die Gutscheinlösung Verbraucherschutz pur, denn sie erhält den Veranstaltern die lebensnotwendige Liquidität, die sie für einen Fortbestand während und jenseits der Coronavirus-Krise benötigen. Die Verbraucher werden damit vor andernfalls unvermeidlichen insolvenzbedingten Ausfällen geschützt."

Von der einfachen Gutscheinlösung profitierten nun Veranstalter, Künstler und Kunden, betont der Livekonzern. Den Fans bleibe zunächst einmal die Möglichkeit, ihre gebuchte Veranstaltung an einem Nachholdatum zu erleben. Sei eine Verlegung nicht möglich oder könne der Kunde diese nicht wahrnehmen, so kann der Gutschein für eine andere Veranstaltung des selben Veranstalters eingelöst werden.

"Mehr Flexibilität geht nicht", formuliert Schulenberg. "Wir wissen, dass viele Fans das Recht behalten wollen, die gebuchte Veranstaltung besuchen zu können, auch wenn dies wegen der Coronavirus-Krise erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist. Dies gilt natürlich umso mehr bei stark nachgefragten Top-Acts und besonders begehrten Veranstaltungen wie Festivals oder Festspielen."

CTS Eventim will nun in Absprache mit den Veranstaltern die Vorgaben des Beschlusses umsetzen und die Kunden entsprechend kontaktieren.