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John Prine nach Corona-Infektion gestorben

Der einflussreiche US-amerikanische Songpoet John Prine ist am 7. April im Alter von 73 Jahren in einem Krankenhaus in Nashville an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

08.04.2020 12:38 • von Frank Medwedeff
Ein stiller Gigant der Songwriterzunft: John Prine (Bild: Oh Boy Records)

Der US-amerikanische Singer/Songwriter John Prine ist am 7. April 2020 im Vanderbilt University Medical Center in Nashville, Tennessee, im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.Seine Frau und Managerin Fiona Whelan Price, die selbst einen Covid-19-Infekt überstanden hat, hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass ihr Mann auf der Intensivstation des Krankenhauses liegt und beatmet werden müsse.

John Prine wurde am 10. Oktober 1946 in Maywood im US-Bundesstaat Illinois geboren und begann seine musikalische Laufbahn in den 1960er Jahren als Folksänger in Chicago. Zu seinen früheren Förderern gehörte Kris Kristofferson, der ihn bei einem eigenen Konzert in New York auf die Bühne holte, um ihn dem Publikum vorzustellen. Daraufhin bekam er einen Plattenvertrag beim renommierten Label Atlantic Records, das 1971 sein Debütalbum "John Prine" herausbrachte. Darauf demonstrierte der Künstler bereits eindrucksvoll seine herausragenden Qualitäten als Songwriter mit wegweisenden Kreationen wie "Sam Stone" über einen heroinsüchtigen Familienvater (mit der berühmten Refrainzeile "There's a hole in daddy's arm where all the money goes") oder dem später erfolgreich von Bonnie Raitt gecoverten "Angel From Montgomery".

John Prine war zwar nie der ganz große finanzielle Erfolg vergönnt. Er platzierte aber regelmäßig Alben in den US-Charts und erwarb sich mit seiner präzisen, feinsinnigen und oft anrührenden Songpoesie Legendenstatus bei Fans und Kritikern. Zudem war Prine ein echter "Musician's Musician", dessen Songwriterkunst großen Einfluss auf die amerikanische Folk- und Country-Szene hatte. Dies zeigt sich auch daran, dass etliche namhafte Kolleginnen und Kollegen Songs aus seiner Feder interpretiert haben, darunter Johnny Cash, Bette Midler, Miranda Lambert, George Strait, die Zac Brown Band oder David Allen Coe. Auch Bob Dylan outete sich als Bewunderer Prines - ebenso etliche jüngere Country- Folk- und Americana-Acts wie Jason Isbell, Margo Price oder Sturgill Simpson, die noch mit ihm getourt sind.

John Prine gewann für sein Album "The Missing Years" 1991 den Grammy für das "Best Contemporary Folk Album", ebenso für "Fair & Square" im Jahr 2006, zudem gerade 2020 einen Grammy Lifetime Achievement Award. In Großbritannien zeichnete BBC Radio 2 den Künstler schon 2003 mit dem Lifetime Achievement Award for Contribution to Songwriting aus. John Prine fand auch Aufnahme in die Nashville Music Hall of Fame.

2018 erschien auf dem eigenen Label Oh Boy Records sein letztes Studioalbum "The Tree Of Forgiveness", das ihn noch immer auf der Höhe seiner Songschreiberkunst zeigte, und das mit Platz fünf zum höchstnotierten Werk seiner Karriere in den US-Longplaycharts avancierte.

John Prine musste 1998 und 2013 schwere Operationen aufgrund von Krebserkrankungen überstehen.

Der begnadete Songwriter hinterlässt seine Ehefrau und drei Söhne.