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Sony Music will Hits mit hochkommerziellem Popschlager

Vor dem Umzug von Sony Music von München nach Berlin spricht Markus Hartmann, Vice President RCA & Ariola bei Sony Music, über das Potenzial des Popschlagers, der von der Digitalisierung des Markts profitiere.

30.03.2020 09:34 • von Dietmar Schwenger
Setzt auf die digitale Transformation auch beim Schlager: Markus Hartmann von Sony Music (Bild: Sony Music)

Vor dem Umzug von Sony Music von München nach Berlin spricht Markus Hartmann, Vice President RCA & Ariola, über das Potenzial des Popschlagers, der von der Digitalisierung des Markts profitiere.

"Die Grenzen der Genres verwischen immer stärker", weiß Hartmann, der das Marktpotenzial des Segments positiv sieht. "Der neue junge Popschlager ist hochkommerziell, funktioniert in einer sehr breiten Zielgruppe, performt mit jedem Quartal besser im Streaming, punktuell auch im Funk und im Free-TV ist Schlager in allen Facetten unverändert stark." In der Online-Welt sei das Segment jedoch zu wenig präsent, hier gebe es viel Luft nach oben für interessante Angebote.

"Ich glaube, dass kreative Köpfe zeitnah das Potenzial des Schlager-Kosmos in der digitalen Welt ernster nehmen und hier Kanäle schaffen, die inhaltliche und wirtschaftliche Bedeutung gewinnen werden. Einige unserer Retail-Partner sind in dem Segment ebenfalls sehr engagiert, was wir begrüßen und mit vielen Formaten unterstützen." Deswegen sei er absolut zuversichtlich, dass der Schlager wachsen und ihm die Transformation vom Physischen hin zum Digitalen hervorragend gelingen werde. "Ich bin froh, dass wir bei Sony Music einige der starken Protagonisten von heute und von morgen als Partner haben."

Das gilt auch für das Geschehen in den Charts, wie Hartmann ausführt: "Unsere Schwerpunkte aus 2019 laufen nach wie vor sehr gut, teilweise deutlich über dem Markt und in einigen Fällen deutlich über der Performance der Vorgängeralben." So steht Roland Kaiser mit "Alles oder dich" kurz vor Platin und man strebe an, mit dem "fantastischen Album" bis Ende 2020 auf 300.000 Einheiten zu kommen. Auch Matthias Reims aktuelles Album, "MR20", werde Gold schaffen, ist sich Hartmann sicher. "Damit bringen wir Matthias wieder auf den Stellenwert, der ihm zusteht. Semino Rossi hat nicht nur die Herzen aller Sony-Mitarbeiter im Sturm genommen, auch sein Album 'So ist das Leben' wird wieder Gold erreichen."

Wichtig für Sony Music ist zudem ein weiterer Act: "Mit Vanessa Mai konnten wir mit selbstbewusstem Marketing nach einer schwierigen Phase nun die Transformation ihrer Zielgruppe erreichen. Vanessa zählt mit ihrem neuen Album 'Für immer' zu den Top-Streaming-Acts im Segment Schlager und ist für uns eine Leuchtturm-Künstlerin, wenn es darum geht, die junge Zielgruppe zu gewinnen, denen Genre-Grenzen schlicht egal sind." Zudem habe das Label mit Marina Marx eine "enorm erfolgversprechende Newcomerin im Popschlager" im Portfolio, und auch die ersten Signale für Marie Reim seien toll, so Hartmann.

"Wir sind grundsätzlich immer bestrebt, neue Künstler nachhaltig aufzubauen, in diesen Tagen starten wir mit Chris Cronauer. Für uns ist Chris ein Star, er hat schon viele Hits geschrieben für Dritte, wir möchten ihn 2020/2021 breaken." Von Marina Marx erscheint zum Sommer das Debütalbum, Julian Reim will das Label nach dem Erfolg der Debütsingle weiter aufbauen und bei Christin Stark veröffentlicht Sony Music noch vor dem Sommer "ein ganz starkes Album".

Auch das Nachbarland hat Hartmann im Blick: "Unsere österreichischen Kollegen waren im letzten Jahr mit Melissa Naschenweng sensationell erfolgreich. Wir haben uns vorgenommen, in diesem Jahr mit ihrem neuen Album auch hierzulande nachzuziehen." Darüber hinaus kündigt der Ariola/RCA-Chef an, dass mit Fantasy 2020 noch viel passieren wird und auch Stereoact würden einige neue Singles auf den Markt bringen. "Wenn man die musikalischen Grenzen weiter fasst, so wie wir das bei Ariola/Sony tun, dann zählen Ina Regen, Joel Brandenstein, ela. und auch Versengold zu unseren Schwerpunkten im Bereich deutschsprachiger Pop."

Dies soll dann voraussichtlich ab September auch in der Hauptstadt passieren. "Wir werden in Berlin Ariola zu einer der ersten Adressen für modernen deutschen Pop und zeitgemäße Vermarktung weiter ausbauen." Heutzutage würden Abläufe, Kommunikationswege und Inhalte immer wieder neu überdacht und angepasst, das tue man in München und werde das auch in Berlin in derselben Struktur tun, kündigt Hartmann an. "Unser Team freut sich auf den Start in Berlin - München wird immer einen festen Platz im Herzen der Ariola haben, aber die Zukunft liegt in der Hauptstadt."