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GEMA schnürt Hilfspaket über 40 Millionen Euro

Die GEMA will Komponisten und Textdichtern mit einem zweistufigen Hilfsprogramm unter die Arme greifen. Zudem kündigt die Verwertungsgesellschaft Kulanzregelungen für ausgefallene Musikveranstaltungen an. Die Mitgliederversammlung wandert derweil in den Herbst.

20.03.2020 16:12 • von
Rechnet mit verheerenden Folgen der Corona-Pandemie für die Kultur- und Kreativwirtschaft: Harald Heker (Bild: Sebastian Linder)

Die GEMA will Komponisten und Textdichtern mit einem zweistufigen Hilfsprogramm unter die Arme greifen. Vorstand und Aufsichtsrat der Verwertungsgesellschaft hätten am 19. März 2020 ein entsprechendes Paket beschlossen: "Schon jetzt ist absehbar, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die gesamte Kreativwirtschaft verheerend sind", weiß der GEMA-Vorstandsvorsitzende Harald Heker, und kündigt an: "Die GEMA wird alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um ihre existenziell gefährdeten Mitglieder bestmöglich zu unterstützen und die wirtschaftlich katastrophalen Auswirkungen für unsere Kunden abzufedern."

So will die GEMA zunächst finanzielle Hilfen in einer Gesamthöhe von rund 40 Millionen Euro bereitstellen, wie es aus München heißt. Der sogenannte "Schutzschirm LIVE" richte sich dabei "vorrangig an Komponisten und Textdichter, die zugleich als Performer auftreten und aufgrund flächendeckender Veranstaltungsabsagen in finanzielle Schwierigkeiten geraten". Der sogenannte "Corona-Hilfsfonds" stellt zudem "finanzielle Übergangshilfen für individuelle Härtefälle im Rahmen der sozialen und kulturellen Förderung bereit". Details zu den Maßnahmen will die GEMA bald auf ihren Onlineseiten veröffentlichen.

"Unser Verein GEMA war von Beginn an getragen vom Gedanken der Solidarität und des gegenseitigen Schutzes und Beistandes", erinnert der GEMA-Aufsichtsratsvorsitzende Ralf Weigand. "Und wann, wenn nicht jetzt in dieser so noch nie dagewesenen Krise, sind diese großartigen Grundsätze gefragt und verlangen unverzügliches Handeln!" Für die Mitglieder des Aufsichtsrats sei denn auch sofort klar gewesen, "dass wir unseren Kolleginnen und Kollegen, die durch die Schutzmaßnahmen der Corona-Pandemie in eine existenzbedrohende Situation geraten, finanziell unter die Arme greifen müssen". Gemeinsam mit dem Vorstand habe man nun ein Nothilfe-Programm verabschiedet, "mit dem wir jetzt schnell und unbürokratisch finanzielle Hilfe leisten werden". Weigand betont zudem: "Damit zeigt sich einmal mehr, welche bedeutenden Vorteile unser System der gemeinsamen Rechtewahrnehmung auch in schwierigen Zeiten für jeden einzelnen Kreativen hat. Hier wird Solidarität gelebt und großartige Hilfe und Unterstützung gewährt, um unsere Mitglieder durch diese schwierigen Zeiten zu begleiten."

Zudem kündigt die Verwertungsgesellschaft Kulanzregelungen für ausgefallene Musikveranstaltungen an, schließlich hätten die "drastischen Einschränkungen zum Schutz vor der Corona-Pandemie" zugleich "verheerende Auswirkungen auf die Musik- und Kulturbranche". Soweit es der Verwertungsgesellschaft "im Rahmen ihres treuhänderischen Auftrags möglich ist", wolle man die "Kunden bei der Lizenzierung von Musikveranstaltungen pragmatisch und flexibel unterstützen" und somit einen Beitrag leisten, "um die in vielen Fällen existenzgefährdenden Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern". Auf den Onlineseiten der GEMA heißt es dazu bereits, dass kein Lizenznehmer "für den Zeitraum der Schließung mit GEMA-Gebühren belastet werden" solle.

Abgesehen von den finanziellen Hilfsmaßnahmen kündigt die GEMA außerdem an, die für Mitte Mai 2020 geplante Mitgliederversammlung nun in den Herbst zu verschieben. Demnach soll die Veranstaltung nun vom 29. September bis zum 1. Oktober stattfinden. Die Verleihung des Fred-Jay-Preises wandert damit auf den 29. September.Und schließlich betonen die GEMA-Offiziellen, dass die bevorstehenden Ausschüttungen zum 1. April und 1. Juni gesichert seien: "Die GEMA hat bereits vor Wochen einen internen Stab gebildet, um das Kerngeschäft auch aus dem Home Office aufrecht zu erhalten und die anstehenden Ausschüttungstermine für die Mitglieder sicherzustellen." Darüber hinaus habe der Aufsichtsrat beschlossen, "dass die Hauptverteilung für das Geschäftsjahr 2019 in den Sparten U/UD, E/ED, M und BM in zwei Teilen zum 1. Juni und 1. November 2020 erfolgt".