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Offizielle Deutsche Charts schreiben ein Stück Digitalgeschichte

Novum in der deutschen Chartsgeschichte: In den Top 100 Singles der von GfK Entertainment ermittelten Offiziellen Deutschen Charts finden sich am 13. März 2020 erstmals nur digital verfügbare Titel. Physische Verkäufe? Fehlanzeige.

13.03.2020 15:41 • von
Hatte in der Vorwoche noch physische Verkäufe ihres Songs "Vincent" mit in die Erhebung der Offiziellen Deutschen Charts einbringen können: Sarah Connor, hier auf der Bühne. (Bild: Christoph Köstlin)

Novum in der deutschen Chartsgeschichte: In den Top 100 Singles der von GfK Entertainment ermittelten Offiziellen Deutschen Charts finden sich am 13. März 2020 erstmals nur digital verfügbare Titel: "Erstmals seit 1959" setzt sich die Hitliste damit laut GfK-Angaben "ausschließlich aus digitalen Verkäufen beziehungsweise Nutzungsdaten zusammen.

Physische Verkäufe spielten indes schon in den vergangenen Jahren eine zunehmend geringere Rolle für die Chartsermittlung, zunächst an den Rand gedrängt durch Trackdownloads über Plattformen wie den 2003 gestarteten iTunes Store von Apple, inzwischen weitgehend abgelöst von der Nutzung von Musik über Streamingdienste wie Spotify, Apple Music, Amazon Music oder Deezer. Trotz digitaler Dominanz fanden sich in der vorherigen Hitliste, die die Erhebungswoche bis zum 5. März abdeckte, immerhin noch zwei Songs in der Wertung, die es auch noch auf einzelne physische Verkäufe brachten: "Vincent" von Sarah Connor auf Platz 94 und "Hoch" von Tim Bendzko auf Position 100.

Als neue Spitzenreiterin in der nun aktuellen Chartswoche schwingt sich indes Loredana mit dem Produzenten Rymez und dem Song "Angst" auf den ersten Platz der Singlescharts.

Text: Knut Schlinger