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Begehrte Festivals

Ob BigCityBeats, Parookaville oder Wacken Open Air: Zuletzt machten die Engagements von Investoren und Beteiligungsgesellschaften bei Festivals Schlagzeilen. Musik Woche fragte Veranstalter, wie sie das bewerten - ob als Fluch oder Segen.

17.02.2020 09:51 • von Jonas Kiß
Hat im und um das Olympiastadion ein Zuhause gefunden: Lollapalooza Berlin (Bild: Stephan Flad)

Ob BigCityBeats, Parookaville oder Wacken Open Air: Zuletzt machten die Engagements von Investoren und Beteiligungsgesellschaften bei Festivals Schlagzeilen. Musik Woche fragte Veranstalter, wie sie das bewerten - ob als Fluch oder Segen.

»Ich sehe die Gefahr, dass die eingesetzten Finanzmittel zumindest vorübergehend für einen intensiven Verdrängungswettbewerb genutzt werden, bei dem gerade kleinere, unabhängige Festivals nicht mithalten können«, urteilt Volker Hirsch, Geschäftsführer der KARO Konzert-Agentur Rothenburg, die das Taubertal Festival ausrichtet. »Ein solcher Wettbewerb zeigt sich heute schon durch übertriebene Exklusivitäts- und Gebietsschutzklauseln, Werbeverbote und überzogene Gagenzahlungen. Festivals, die ohne Konzernbeteiligung am Markt sind, können sich strategisch langfristig angelegte Machtkämpfe nicht leisten. Diese sind darauf angewiesen, jährlich schwarze Zahlen durch das operative Geschäft zu schreiben.«

Andererseits sieht Hirsch auch eine Chance, wenn finanzkräftige Investoren bei Festivals einsteigen. Diese Chance bestehe in einem inhaltlich geführten Wettbewerb, sagt Hirsch. »Die Herausforderung wird sein, Stärken von gewachsenen, unabhängigen Festivals in den Vordergrund zu stellen. Unabhängigkeit, Besuchernähe, freies, eigenverantwortliches Handeln oder von Konzernpolitik unbelastete Partnerschaften sehe ich hier als wichtige Attribute eines Indie-Festivalveranstalters.«

Bei Kai Lotze, der das Amphi Festival am Kölner Tanzbrunnen ausrichtet, habe bisher noch kein Investor angeklopft. »Vermutlich gehören wir als Veranstalter in der Subkultur hier nicht zur bevorzugten Beute. Das Risiko/Nutzen-Verhältnis würden wir aber sorgfältig und individuell abwägen.« Für Lotze ist entscheidend: »In den letzten 15 Jahren haben wir schon viele Festivals kommen und gehen sehen - egal ob mit oder ohne Investor im Rücken. Ausschlaggebend für den Erfolg eines Festivals scheinen daher eher andere Faktoren zu sein, und auf diese werden wir uns mit unseren Events Amphi Festival, E-tropolis Festival, und Unter Schwarzer Flagge auch weiterhin konzentrieren.«

_SINKENDE MARGEN

Sven Varsek, Freier Projektleiter Veranstaltungsorganisation Das Fest Karlsruhe, warnt dagegen: »Steigende Kosten und sinkende Gewinnmargen machen vielen Festivals zu schaffen, und passend dazu beeinflussen mehr und mehr Investoren mit ihren Offerten den Branchenmarkt.« Zwar sorge die Bündelung mehrerer Festivals unter einem Investorendach für eine gewisse finanzielle Absicherung, andererseits gehe dieser Trend zu Lasten der kleineren, unabhängigen Festivals, die mit dem Kostenrisiko noch stärker konfrontiert seien. »Eine Bündelung von Festivals kann auch erfolgversprechendere Benefits beim Booking generieren, was sich wiederum zum Nachteil der kleineren, unabhängigen Festivals auswirken würde. Es bleibt darüber hinaus abzuwarten, inwieweit sich das vornehmlich gewinnorientierte Interesse von Investoren auf die Kreativität der Festivals und Vielfältigkeit ihres Angebots auswirkt, was schlussendlich auch die Identifikation der Besucher beeinflusst.«

Mit der eigenen Veranstaltung will Varsek in Karlsruhe dagegen andere Akzente setzen: »Das Fest als stadtnahes und über drei Jahrzehnte gewachsenes Festival mitten in der Stadt wartet mit einem eigenen, ganz besonderen Konzept auf, das unter anderem bei der Programmgestaltung auch viele Künstler des lokalen Umfelds berücksichtigt. Eine Übernahme von Das Fest durch einen Investor würde mit Sicherheit Einfluss auf die Philosophie und den eigenen Spirit des Festivals nehmen, womit diese über kurz oder lang verloren gingen.«

Auch Achim Ostertag, Geschäftsführer der Agentur Silverdust, die hinter dem Metalfestival Summer Breeze steckt, sieht die Gefahr, dass die Preise generell steigen. »Das sieht man jetzt schon sehr deutlich an den steigenden Gagen. Bands werden momentan oft komplett überbezahlt. Aber da Investoren Geld verdienen wollen, werden sicher auch die Ticketpreise steigen. Sprich, irgendwann wird es wieder ein Gleichgewicht zwischen Kosten und Ticketpreisen geben, was speziell im Metalbereich momentan eher nicht der Fall ist. Einige Festivals, vor allem die, die nur durch große Namen funktionieren und keinen Geldgeber im Boot haben, werden sich da sicher schwer tun.«

Bernhard Chapligin, beim Concertbuero Franken in Nürnberg zuständig für das Festivalgeschäft, analysiert: »Das verstärkte Drängen von Investoren und Beteiligungsgesellschaften in den Festivalmarkt sehen wir zum einen natürlich schon als normalen Prozess, der überall passiert, wenn Geschäftsfelder sich so groß beziehungsweise gewinnträchtig entwickeln, also dass zu 100 Prozent ökonomisch gesteuerte - und zu null Prozent Musik- und Festival-gesteuerte - Player in den Markt einsteigen. Zum anderen verwundert es schon etwas, dass europaweit sehr viele, gute und individuell geprägte Festivalmarken mit starken Charakteren hinter den Kulissen diese Kooperationen innerhalb kürzester Zeit eingegangen sind.«

Chapligin hält den Einstieg von Investoren für ein großes Experiment mit unklarem Ausgang: »Werden die Festivals als pure Renditeobjekte gesehen und das Festival ausgepresst, oder werden die Investments wieder nach einigen Jahren abgestoßen, weil sie zu unrentabel sind? Sollte diese Heuschreckenmentalität bestehen, kann sich nach so einem Exit dann eine langjährige, oft über Dekaden sorgfältig etablierte Traditionsmarke noch halten? In jedem Fall wird nach einem Investment eine Gewinnoptimierung und -maximierung stattfinden, die an der Haupteinnahmequelle ansetzt - dem Besucher. Egal, ob sich das durch simple Eintrittspreisanpassung, höhere Gastropreise oder durch eine komplexere Ticketdiversifizierung inklusive aggresiverem Marketing ausdrückt.« Der Festivalexperte betont: »Ansonsten wirken diese Investments auf die Entwicklung der kontinuierlichen Marktmachtverlagerung im Bereich Livemusik auf wenige große Player als Brandbeschleuniger. Perspektivisch wird durch diese weiter wachsende Übermacht - die mit Exklusivitäten und Gebietsschutz einhergeht - ein künftiges Entstehen überraschender, individueller Erfolgprodukte im kleineren und mittleren Festivalbereich - siehe Parookaville - immer schwieriger.«

Chancen bestehen laut Chapligin natürlich trotzdem immer für gute Ideen und erfolgreich hochgezogene, noch in eigener Hand befindliche Festivals, die aber dann schnell potenzielle Investoren anlocken. Ich bin überzeugt, dass sich durch diese Signal-Investments eine Politik der Übernahmen auch ins mittelgroße Segment der Festivals durchdrücken wird und wir in den nächsten Jahren dadurch auch einige Aufkäufe und Akkumulationen im Bereich der 5000 bis 20.000er Festivals sehen werden.«

Thilo Ziegler, Geschäftsführer Presented For People und im Saarland für die Festivals Rocco Del Schlacko sowie Electro Magnetic verantwortlich, findet die Situation »einigermaßen komplex«. Der aktuelle Trend bahne sich schon seit einigen Jahren an, und die wirklichen Auswirkungen würden sich auch noch weiter entwickeln. »Monopole, Oligopole oder was auch immer müssen den Markt nicht zwingend bereichern. Ich gehe dennoch davon aus, dass sich die Marktteilnehmer, die sich zu den "Großen" zusammen- oder angeschlossen haben, die nächsten Jahre unfassbar erfolgreich sein werden. Hier können wiederum auch Chancen für Marktteilnehmer entstehen, sich in frei werdenden Nischen neu zu entwickeln, zu individualisieren und Trends zu setzen. Wer weiß: Vielleicht bereichert genau die Rolle von Investmentgesellschaften in ein paar Jahren den Markt wieder neu. Aber vielleicht ist dieser Gedanke auch ein bisschen romantisch und das Livegeschäft wird einzig und allein von den ganz Großen gesteuert.«

Carsten Helmich, Geschäftsführer der Agentur popmodern, die in Dortmund Juicy Beats veranstaltet, weist darauf hin, dass es wie oft im Leben zwei Seiten der Medaille gebe. »Allerdings überwiegen in meiner Sicht die Nachteile.Den Investoren und Beteiligungsgesellschaften geht es im Endeffekt nur um die Rendite. Die Musikauswahl ist zweitrangig.

_STEIGENDE PREISE

Nur Namedropping zählt: höher, schneller, weiter. Und wenn sich alle um die gleichen Künstler streiten - siehe international gehandelte Fußballkünstler - explodieren dort die Preise. Und zum Schluss muss der Ticketpreis steigen oder der VIP-Bereich größer werden.« Helmich streicht heraus: »Wir machen das Juicy Beats Festival als Dortmunder seit nun 25 Jahren in Dortmund immer noch vor allem wegen der immer wieder neuen Musikentwicklungen, wobei die Wirtschaftlichkeit natürlich immer gegeben sein muss.Reizvoll ist natürlich, größere internationale Künstler buchen zu können. Für uns als Festival mit einem sehr großen lokalen Schwerpunkt im Ruhrgebiet ist das aber eher zweitrangig.« Man wolle bei Juicy Beats immer wieder neue Künstler aufbauen sowie neue Clubs und Szenen stärken, so Helmich. »Und wir liegen auch sehr gern am unteren Ende der Preisskala und wollen das auch so belassen , damit viele junge Gäste aus NRW, auch die wirtschaftlich schwächeren - was gerade im Ruhrgebiet wichtig ist - sich unser Programm leisten können.«

Stefan Reichmann, Geschäftsführer Raum 3 und Veranstalter von Haldern Pop, antwortet mit einem Bild: »Wie soll der Wein schmecken, dessen Gründe weit entfernt von dem Ort des Geschehens liegen. Ein guter Wein leugnet seine Herkunft nicht, man schmeckt das Wetter, die Launen und Fähigkeiten seiner Macher. Ein gutes Festival bildet ähnliches ab, den Streit und die Harmonie, das jährliche Tun und die Sehnsucht aller Protagonisten. Sie alle bringen etwas mit und es wird an drei Tagen getrunken. Es ist letztendlich die Fusion von persönlichen Beziehungen zum Fest, die ihm seinen Geschmack und sein Profi l verleihen. Wenn die Burger irgendwann überall gleich schmecken, hat uns der gestaltende Mut verlassen und die Festival-Geschichte ist zu Ende erzählt.«

_"EINE DER GROSSEN UMWÄLZUNGEN IN DER UNTERHALTUNGSINDUSTRIE"

Rembert Stiewe (Orange Blossom Special/Glitterhouse): Ob Hedge Fonds oder Private Equity-Investoren: sie werden nicht aufzuhalten sein, wenn es darum geht, die Festival-Kuh zu melken. Als hätte das Oligopol der Ticketkonzerne, die sich wie eine nimmersatte Krake die großen und mittleren Veranstalter teils komplett und teils als Mehrheitsgesellschafter einverleibt haben, nicht bereits für reichlich Verdruss gesorgt. Headliner- Problematik, Gebietsschutz-Irrwitz und vor allem die Ticket-Preistreiberei durch irrwitzige Phantasie-Gebühren - alles nicht nur unschöne Begleiterscheinungen, sondern unmittelbare und schwerwiegende Folgen der Konzentrationsprozesse. Vor einigen Jahren noch konnte man das teils absonderliche Konkurrenzgebaren einiger großer Veranstalter als »Pimmelfechten auf hohem Niveau« abtun. Man blickte naiv staunend auf die Gigantomanie, die sie forcierten.

Da spielte offensichtlich auch ausladende Hybris der mächtigen Akteure eine Rolle - es schien eher ein Prahlen, vermutlich waren auch Missgunst und Eitelkeit im Spiel. Aber alles war zumindest noch irgendwie nachvollziehbar, die Musikindustrie gilt ja nach wie vor als »people-driven« - leicht größenwahnsinnig zwar, aber nun gut. Vielleicht war es nur das Streben danach, der Platzhirsch zu sein und zu bleiben, geschenkt. Solcherlei Armdrücken der großen Veranstalter spielt angesichts von Shareholder Value und Dividendengier der Investoren und Beteiligungsgesellschaften heute schon nur noch eine untergeordnete Rolle - schlag' nach bei Berthold Seliger. Ihre Unschuld hat die Branche schon lange verloren - jetzt geht es darum, ein wie auch immer geartetes Lebensgefühl, das sich in Festivals ausdrückt, bis zum letzten Glied der Wertschöpfungskette den Marktregeln des Kapitalismus zu unterwerfen. Das könnte man schulterzuckend hinnehmen - denn man kann ja wenig daran ändern. Aber: Die Abhängigkeit von immer weniger marktbeherrschenden Akteuren, die der Maxime des maximalen Ertrages dienen, könnte (oder: wird) zu einer dauerhaften Verkarstung der Vielfalt auf der Angebotsseite führen.

Am behutsamen Aufbau von Künstlern, an einer breitgefächerten, vitalen musikalischen Landschaft, hat kein Investor Interesse. Dafür sind nach wie vor die unabhängigen Veranstalter zuständig. Und auch hier werden immer mehr vormals unabhängige Konzertagenturen und Festivalveranstalter von den größeren Anbietern übernommen - deren Anteilsmehrheit dann womöglich wiederum einem Hedge Fond gehört. (Kleiner Exkurs: damit sind wir bei den Chancen. Einige der vormals komplett unabhängigen Veranstalter könnten unter Umständen ohne Übernahmen und Verschmelzungen nicht mehr existieren). Aber man muss nicht als sentimental, ewiggestrig und als neuen Entwicklungen gegenüber wenig aufgeschlossen gelten, um die Gefahr als das wahrzunehmen, was sie ist: eine der großen Umwälzungen in der Unterhaltungsindustrie. Unbemerkt von den meisten Festivalgästen. Mittelfristig wird diese Umwälzung vermutlich Folgen für den noch unabhängig agierenden Unterbau haben.

Unabhängig und selbstbestimmt agierende Veranstalter können sich noch halten, in dem sie Nischen besetzen, die für Investoren und Beteiligungsgesellschaften unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. Der Oberbau aber ist durch die Marktkapitalisierung unersättlich - und der Markt endlich. Das Geld, welches in immer größeren Mengen vom Oberbau verschlungen wird, wird dieser irgendwann zu Teilen auch aus dem Unterbau pumpen. Wo es dann fehlt, um neue, interessante Veranstaltungskonzepte auszuprobieren, unter Umständen finanziell riskantes aber künstlerisch wertvolles Booking zu betreiben, um aufregend zu sein, um vielleicht auch gesellschaftliche Haltung zu transportieren und, nicht zuletzt, dem Gast ein wirkliches Zuhause statt einer schillernden Illusion von Zuhausigkeit zu bieten. Den winzigen Veranstaltern wie uns kann das einstweilen noch egal sein. Schließlich gibt es neben IKEA auch immer noch Möbel Noltemeier, den kleinen Handwerksbetrieb um die Ecke, der Möbel nach Maß fertigt (zugegeben, das Bild ist so schief wie selbst aufgebaute Kleiderschränke). Die Möbel kann man dort nach eigenen Wünschen gestalten lassen - und sie halten dann auch länger. Gut, dass immerhin noch ordentlich viele Menschen das wissen. Und dass dadurch die Noltemeiers dieser Welt zumindest noch ihr kärgliches Auskommen haben.

_"INNOVATION, ERFINDERGEIST UND INDIVIDUALITÄT BLEIBEN LETZTLICH AUF DER STRECKE"

Klaus Maack (Contour Music/Summer Jam Festival): Ich habe Summerjam 1986 gegründet und seitdem veranstaltet. In den 35 Jahren hat es viele unglaubliche grundlegende Veränderungen gegeben, zum Beispiel Mobilfunk, Internet, Ticketing. Auch der Musikgeschmack hat sich ständig verändert. Ich konnte das Festival jedes Jahr neu justieren - und hier sind wir beim Thema: Ich musste das Event jedes Jahr neu erfinden und an die veränderten Gegebenheiten anpassen. Das ging nur mit meinem Existenzdruck als geschäftsführender Gesellschafter. Dieser notwendige Druck fehlt meiner Meinung nach bei vielen heutigen Firmenkonstrukten. Geschäftsführer werden bestellt und bei ausbleibendem Erfolg ausgewechselt.

Die Übernahme von kreativen Events wie Festivals der Jugendkultur durch Investmentgesellschaften ist für dieses Genre eine relativ neue Geschäftsform. Ob sich diese Art von Firmen-Design als positiv erweisen wird, wird man erst in zehn - eher 20 Jahren feststellen können. Aber möglicherweise fungieren viele der Private- Equity-Firmen nur zum Einsammeln von kleineren Firmen, um dann eines Tages die Investitionen von den Ankäufen, Zukäufen, Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen durch einen Verkauf an einen globalen Entertainment-Konzern wieder zu amortisieren. Eine bessere Verhandlungsposition haben diese Private-Equity-Gesellschaften allemal als einzelne Unternehmen. Das könnte hinter vielen Beteiligungen stecken. Oftmals wird als Begründung für eine Beteiligung einer Investment-Gesellschaft an einem Unternehmen der Vorteil einer Nutzung der vorhandenen Strukturen und Netzwerke und Synergien genannt. Das trifft meiner Meinung nach nur zum Teil zu. Es ist oftmals so, dass die Programmgestaltung von Festivals sich in großen Pools noch mehr ähneln, auch in diesen Netzwerken gibt es Interessengruppen und wird Einflussnahme angestrebt.

Fazit: In einer Welt, in der das Geld nicht mehr innerhalb der Branche, sondern ziemlich unbegrenzt von außen kommt, werden Innovation, Erfindergeist und Individualität letztlich auf der Strecke bleiben. Nun zu etwas Persönlichem: Ich habe die Anteile an der Contour Festival GmbH (also das Summerjam Festival) Ende 2018 verkauft. Im Jahr 2018 hatte ich dazu verschiedene Kontakte geknüpft und war mit einer Investmentgesellschaft und der damit verbundenen Agentur eigentlich handelseinig. Der Due-Dilligence-Prozess und die Verhandlungen liefen fair und geordnet ab. Trotzdem habe ich mich letztlich für eine Möglichkeit entschieden, bei der die vorhandenen Strukturen weiter genutzt und langjährige Mitarbeiter und Angestellte weiter beschäftigt werden konnten. Summerjam ist ein spezielles Festival, nicht nur wegen der 35-jährigen Geschichte, sondern auch wegen dem Image der Veranstaltung und der Verbundenheit mit unserem Publikum. In den 35 Jahren fand und findet das Festival seit 25 Jahren in Köln am Fühlinger See statt, mit Karl Heinz Brozi und seiner GmbH als örtlichem Partner.

Es hat in dieser Zeit natürlich Ups And Downs gegeben, aber die Zusammenarbeit war ein Vierteljahrhundert gut. Wir haben zusammen eine Lösung gefunden, die den Bestand der aufgebauten Strukturen und die Zukunft gesichert hat. Ich war für die Programmgestaltung des Jahres 2019 verantwortlich und bin auch beim Programm für das Jahr 2020 maßgeblich beteiligt und werde auch in Zukunft als Berater tätig sein.Der Sohn von Karl-Heinz Brozi - Marius Brozi - hat sich in den letzten Jahren äußerst effektiv in die Organisation beim Summerjam Festival eingebracht und wird nun die Führungsrolle übernehmen. Er ist ein junger intelligenter Typ von 24 Jahren mit einer vorzüglichen Ausbildung. Ich bin seit Anfang der 70er-Jahre in diesem Business tätig und werde demnächst 70 Jahre, es ist an der Zeit jüngeren Leuten das Ruder zu überlassen. Noch eine Anmerkung zu dem ursprünglichen Thema: Geld ist nicht alles ...