Unternehmen

Österreichs Musikmarkt erzielt größtes Plus seit 26 Jahren

Die Musikunternehmen in Österreich erzielten 2019 im Geschäft mit Recorded Music bei Einnahmen in Höhe von 166 Millionen Euro ein Umsatzplus von 8,3 Prozent. Damit wuchs der Musikmarkt zum dritten Mal in Folge - und legte laut IFPI Austria zugleich den größten Umsatzsprung seit 26 Jahren hin.

11.02.2020 14:12 • von
Drittes Plus in Folge: die Umsätze im österreichischen Musikmarkt wuchsen 2019 erneut (Bild: IFPI Austria)

Die Musikunternehmen in Österreich erzielten 2019 im Geschäft mit Recorded Music bei Einnahmen in Höhe von 166 Millionen Euro ein Umsatzplus von 8,3 Prozent. Damit wuchs der Musikmarkt nach 2017 und 2018 zum dritten Mal in Folge - und legte laut IFPI Austria zugleich den größten Umsatzsprung seit 26 Jahren hin.

"Der österreichische Musikmarkt verzeichnet das dritte Umsatzplus in Folge, mit einer Wachstumsrate, die wir nur aus den 90er-Jahren kennen", bilanziert Dietmar Lienbacher, Managing Director Sony Music Austria und Präsident des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft: "Dabei ist das Potenzial am Streamingmarkt noch nicht ausgeschöpft - wir werden weiter konsequent auf Innovation und Künstleraufbau setzen und können optimistisch in die Zukunft blicken."

Im Onlinebereich wuchsen die Einnahmen aus der Vermarktung von Musik über Streamingdienste und aus dem Verkauf von Downloads um 24 Prozent auf 77,5 Millionen Euro.

Streaming steuerte dazu ein Umsatzplus von 33,5 Prozent auf 68,9 Millionen Euro bei und ist nun "der mit Abstand größte Umsatzbringer am österreichischen Musikmarkt", wie es aus Wien heißt. In Österreich seien im Jahr 2019 rund 7,8 Milliarden Songs gestreamt worden, ein Zuwachs von 42 Prozent im Vergleich zu 2018.

"Streaming ist und bleibt der Wachstumstreiber Nummer eins für den österreichischen Musikmarkt", bestätigt Cornelius Ballin, General Manager Universal Music Austria: "Die Umsätze haben sich hier innerhalb der letzten drei Jahre mehr als verdoppelt und jeder zweite Euro wird inzwischen durch das Streaming er-wirtschaftet."

Dagegen gingen die Einnahmen der Plattenfirmen aus dem Verkauf physischer Tonträger um 7,8 Prozent auf 50,6 Millionen Euro zurück. Auf CD-Alben entfielen dabei Umsätze von 39 Millionen Euro - ein Minus von 9,2 Prozent zum Vorjahr. Vinyl-Schallplatten lagen derweil mit Einnahmen von 7,8 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau.

"Die Nutzung der digitalen Angebote hat den Musikkonsum auf ein neues Niveau gehoben", beobachtet Franz Pleterski, General Manager Warner Music Austria. "Dabei sind die Nutzergewohnheiten durchaus differenziert: Während aktuelle Rap-, Pop- und Electronic/Dance-Songs und immer öfter auch komplette Alben dieser Genres über Streamingdienste konsumiert werden, bevorzugen Schlager-, Volksmusik- und Rock-Fans sowie Klassik-Liebhaber eher noch physische Tonträger."

Im Plus lagen 2019 auch die Lizenzeinnahmen der Verwertungsgesellschaft LSG, die um 7,1 Prozent auf 31,5 Millionen Euro stiegen. Rund sechs Millionen Euro entfielen zudem auf Umsätze mit Merchandising-Produkten und die Synch-Auswertung.

Dass der österreichische Musikmarkt sich wieder auf Wachstumskurs befindet, wertet Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft, als einen erfreulichen Befund: "Damit sich diese Entwicklung fortsetzten kann, bedarf es fairer rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für die Musikwirtschaft." Deshalb gelte es nun, die von der EU beschlossene Copyright-Richtlinie, auch in Österreich korrekt umzusetzen. "Ziel der Richtlinie ist es, das kulturelle Ökosystem Europas gegenüber mächtigen Internetplattformen wie YouTube, Facebook & Co wirksam zu stärken. Denn ein großer Teil der im Internet genutzten Musik wird nach wie vor entweder gar nicht oder nicht fair vergütet."