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US-Markt zweistellig im Plus, verliert aber an Tempo

2019 lag der Musikkonsum im US-Markt klar auf Wachstumskurs. Die Bilanz von Nielsen Music weist ein prozentual zweistelliges Plus aus. Doch es ging nicht mehr ganz so dynamisch voran wie vor Jahresfrist. Das führt unter anderem dazu, dass Vinyl stärker zulegen konnte als der Gesamtmarkt. Während Post Malone formatübergreifend das erfolgreichste Album lieferte, stammte das am häufigsten verkaufte von Taylor Swift.

10.01.2020 15:28 • von
Stellte 2019 mit "Hollywood's Bleeding" das erfolgreichste Album im US-Musikmarkt: Post Malone. (Bild: Adam Degross)

Auch 2019 lag der Musikkonsum im US-Markt wieder klar auf Wachstumskurs. Motor der Entwicklung blieb das Streaming, wo erstmals die Billionenmarke fiel: Im Erhebungszeitraum von 4. Januar 2019 bis zum 2. Januar 2020 zählte Nielsen Music 1,147 Billionen Songabrufe über Audio- und Videoplattformen - ein Plus von 29,3 Prozent zu den 745,75 Milliarden Streams im Jahr zuvor. (Update: in einer ersten Version stand hier falsch "Billiarden" statt "Billionen", ks)

Die Jahresbilanz der Chartsermittler weist denn auch auf Alben umgerechnet ein prozentual zweistelliges Plus aus: 877,97 Millionen Einheiten bedeuten im Vorjahresvergleich einen Zuwachs um 11,4 Prozent. Dazu addierte Nielsen Music zehn verkaufte Trackdownloads ebenso zu einem Album wie 1250 Songs, die über kostenpflichtige On-Demand-Streamingdienste abgerufen wurden, beziehungsweise 3750 Abrufe über werbefinanzierte Streamingangebote.

Allerdings ging es nicht mehr ganz so dynamisch voran wie noch vor Jahresfrist, als Nielsen Music beim Volumen der sogenannten Album-Äquivalente für 2018 formatübergreifend ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 auswies. Zum Halbjahr 2019 lag das Plus noch bei 15,7 Prozent.

Die abflauende Wachstumsdynamik führte nun unter anderem dazu, dass Vinyl stärker zulegen konnte als der Gesamtmarkt: In der Nische wuchs das LP-Format bei 18,84 Millionen abgesetzten Exemplaren um 14,5 Prozent, und rangierte damit im 14. Jahr in Folge im Plus. Gemessen an Verkäufen entfielen 16,7 Prozent aller abgesetzten Alben aufs Vinyl, nimmt man nur die physischen Formate, lag der LP-Marktanteil im abgelaufenen Jahr bei 25,6 Prozent.

Das hat allerdings jenseits des Vinyl-Hypes auch mit der weiter abflauenden Lust der Konsumenten auf CDs und Albumdownloads zu tun: So brachen allein die CD-Verkäufe 2019 um 22,1 Millionen auf knapp 54,2 Millionen ein. Formatübergreifend gingen die Albumabsätze um 18,7 Prozent auf 112,75 Millionen Einheiten zurück.

Während Post Malone über alle Formate hinweg das erfolgreichste Album lieferte, stammte das am häufigsten verkaufte von Taylor Swift.

Für "Hollywood's Bleeding" errechnete Nielsen Music 3,001 Millionen Album-Äquivalente. Davon entfielen hochgerechnet 2,452 Millionen Einheiten auf Streamingabrufe, 357.000 auf tatsächliche Albumverkäufe und die verbleibenden auf umgerechnete Trackdownloads.

In der Gesamtwertung liegt Post Malone damit vor Billie Eilish mit "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" (2,518 Millionen) und Taylor Swift mit "Lover" (2,191 Millionen). Gemessen an tatsächlichen Verkäufen erreichte Taylor Swift als einziger Act im Gesamtjahr mit 1,085 Millionen den siebenstelligen Bereich, gefolgt von Billie Eilish (679.000) und dem "A Star Is Born"-Soundtrack.

Bei den Singles stellte Lil Nas X mit "Old Town Road" und fast 2,5 Milliarden Abrufen bei den verschiedenen Audio- und Videostreamingdiensten den erfolgreichsten Hit des Jahres 2019 im US-Markt. Damit zählte Nielsen Music erstmals mehr als zwei Milliarden Streams für einen Song in einem Kalenderjahr.