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Jazztage Dresden zogen 38.000 Besucher an

Rund 38.000 Besucher erlebten bei den Jazztagen Dresden fast 80 Konzerte - unter anderem von den Klazz Brothers, Curtis Stigers, Nils Landgren, Stanley Clarke, Ute Lemper oder Bob Geldof. Intendant Kilian Forster zieht ein positives Fazit, bemängelt aber die geringe Förderung für das Festival durch den Freistaat Sachsen.

26.11.2019 18:05 • von Frank Medwedeff
Rundete die Jazztage ab: das Abschlusskonzert der Klazz Brothers mit Cuba Percussion und Naturally7; am Bass ganz links Intendant Kilian Forster (Bild: H.J. Maquet)

Mit einem Abschlusskonzert im Schauspielhaus endeten am 24. November die Jazztage Dresden 2019. In dem "überaus gut besuchten" dreieinhalbstündigen Konzert spielten neben den Festivalgastgebern Klazz Brothers (mit Festivalintendant Kilian Forster am Kontrabass) und Cuba Percussion auch die Intendantentochter Helena Forster sowie Naturally 7, The Saxonz und das Landes Jugend Jazz Orchester Hessen.

In den letzten vier Wochen fanden insgesamt knapp 80 Konzerte mit 500 Künstlern aus rund 30 Nationen statt. 38.000 Besucher erlebten unter anderem international renommierte Künstler wie Curtis Stigers, Incognito, Bob Geldof, Ute Lemper, Rebekka Bakken, Nils Landgren, Stanley Clarke, Ólafur Arnalds und Tommy Emmanuel. Und auch "nationale und regionale Größen" wie Konstantin Wecker, Stefanie Heinzmann und Joscho Stephan hätten einen großen Besucherandrang ausgelöst. Ebenso kamen aufstrebende Acts wie die Jazzrausch Bigband, das LeipJAZZig Orkester und Organ Explosion bei den Jazztagen Dresden zum Zug.

Etliche Auftritte wie der der Jazzrausch Bigband, von Big Daddy Wilson oder auch Ute Lemper brachten laut dem Veranstalterteam das Publikum "zu so frenetischem Feiern, dass schon während der Konzerte ein Kontrakt für das nächste Festivaljahr geschlossen wurde". Bereits jetzt seien Karten für 15 Veranstaltungen der 20. Jazztage Dresden vom 21. Oktober bis 22. November 2020 buchbar.

An Eintrittsgeldern kamen laut den Jazztage-Organisatoren bei der diesjährigen Ausgabe mehr als eine Million Euro herein, weitere 60.000 Euro stellten Sponsoren bereit. "Über 100.000 Euro Gegenwert kam an Sponsoringleistungen der einzelnen Partner im Auto-, Medien- und Druckbereich zustande. Unser Dank gilt insbesondere auch der Dresdner Hotellerie, die den touristischen Mehrwert der Jazztage Dresden erkannt hat und Übernachtungsleistungen für Künstler sponserte", sagte Intendant Kilian Forster. "Auch über den Freundeskreis der Jazztage Dresden e. V. konnten 20.000 Euro eingeworben werden."

Einen Wermutstropfen nannte er indes auch: "Aktuell bekommen wir vom Freistaat Sachsen eine Förderung von 10.500 Euro. Die Unterstützung beläuft sich dementsprechend auf 28 Cent pro Ticket, was nicht sehr üppig ist. Eine Kürzung der staatlichen Finanzspritze konnte gerade noch abgewendet werden."

Das Büro der Jazztage Dresden sei mit drei festen Stellen, zwei freien Mitarbeiterinnen und einer ehrenamtlichen Helferin das ganze Jahr über besetzt. Zwei weitere Projektmitarbeiterinnen und insgesamt rund 50 ehrenamtliche Helfer unterstützen das Team während des Festivalzeitraums zusätzlich. "Ohne die freiwilligen Helferinnen und Helfer kann ein Festival dieser Größe nicht stattfinden. Wenn die nur ein Fünftel so großen Leipziger Jazztage eine fünfmal so große Förderung bekommen, dann kann doch so einiges nicht richtig hinhauen", gibt Forster zu bedenken. Positiv sei indes das Engagement der Stadt Dresden zu sehen, die die diesjährigen Jazztage mit 45.000 Euro statt bisher 25.000 Euro unterstützte. "Aber auch das hat mit institutioneller Förderung wenig zu tun, da insgesamt nur rund fünf Prozent des Festivals gefördert werden. Andere Dresdner Festivals kommen auf rund 50 Prozent."

Als positiven Aspekt spricht Forster die neue Hauptspielstätte Ostra-Dome/Ostra-Studios an. "Die Location wurde von den Besuchern hervorragend angenommen. Anfängliche Lüftungs-, Heiz- und Schallschutzschwierigkeiten wurden meist nach kurzer Zeit gelöst. Einen großen Dank an das Team der First Class Concept GmbH. Wir haben die Begeisterung der Gäste und die der Künstler aufgenommen und werden daher auch im nächsten Jahr wieder in dieser Hauptspielstätte feiern", so der Intendant abschließend.