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Briten sehen noch viel Potenzial im Streaming

Musikstreaming birgt laut einer vom britischen ERA-Handelsverband in Auftrag gegebenen Studie auch weiterhin großes Wachstumspotenzial. Das lasse sich allerdings wohl nur mit neuen Ansätzen in der Vermarktung ausschöpfen.

20.11.2019 13:41 • von
Selbst überrascht vom Potenzial: Kim Bayley (Bild: ERA)

Musikstreaming ist zwar längst im Massenmarkt angekommen, birgt laut einer vom britischen Handelsverband, der Entertainment Retailers Association (ERA), in Auftrag gegebenen Studie aber auch weiterhin große Wachstumschancen. So rechnen die Unternehmensberater von OC&C damit, dass sich die Umsätze im Streamingmarkt in Großbritannien in den kommenden vier Jahren bis 2023 auf rund 1,6 Milliarden Pfund verdoppeln könnten. Allerdings schränken die Beobachter ein, dass sich dieses Potenzial wohl nur mit neuen Ansätzen in der Vermarktung ausschöpfen lasse.

"Unsere Untersuchung zeigt, dass die britische Musikindustrie eine echte Chance hat, das Volumen des Markts noch über die optimistischsten Erwartungen hinaus zu steigern", frohlockt denn auch OC&C-Partner Pedro Sanches. Dieser große Wurf werde aber nur gelingen, wenn die Branche maßgeschneiderte Angebote für unterschiedliche Verbrauchergruppen liefern könne. Das typische Musikabo mit seinem "All You Can Eat"-Ansatz datiere schließlich schon zurück aufs Jahr 2008, erinnert Sanchez, und verdanke einen Teil seines Erfolgs diesem einfachen Geschäftsmodell. Potenzielle Umsätze von bis zu 500 Millionen Pfund - also gut 31 Prozent des bis 2023 von den Marktforschern in Aussicht gestellten Umsatzkuchens - ließen sich aber nur mit innovativen Ansätzen heben. Beo OC&C denkt man hier ganz offenbar an erweiterte Premiummodelle, oder neue Einstiegspreise in die Streamingwelt, darunter die Möglichkeit, Musikangebote zu nutzen, ohne gleich ein Abonnement abzuschließen.

"Wenn man zehn Jahre zurückdenkt, als die Musikbranche noch in die Knie ging, hätten wohl nur wenige für möglich gehalten, wie erfolgreich Streamingdienste heute sind", bilanziert ERA-CEO Kim Bayley. Die OC&C-Studie zeige nun, dass Innovationen der Schlüssel für eine weiterhin positive Entwicklung des Markts seien. Allerdings räumt Bayley selbst ein, dass man von den so positiven Wachstumsaussichten selbst überrascht gewesen sei.