Unternehmen

GEMA bilanziert Milliardenertrag für 2018

Die GEMA hat 2018 Erträge von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet und schüttet davon 859,5 Millionen Euro an ihre rund 74.000 Mitglieder sowie Rechteinhaber in aller Welt aus. Der Vorstandsvorsitzende Harald Heker und sein Team sehen damit die Erwartungen übertroffen, da bereinigt um 2017 zu Buche geschlagene Sondererträge ein Plus von über zehn Prozent zu verzeichnen sei.

16.04.2019 13:27 • von Frank Medwedeff
Sieht trotz "erfreulicher Ertragsentwicklung" online noch große Diskrepanzen zwischen Plattformerlösen und Urhebervergütungen: Harald Heker (Bild: Florian Jaenicke_GEMA)

Die GEMA hat 2018 Erträge von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Aus der Gesamtsumme von 1.019,2 Mio. Euro schüttet die Musikverwertungsgesellschaft 859,5 Millionen Euro an ihre rund 74.000 Mitglieder sowie Rechteinhaber in aller Welt aus.

Die GEMA sieht damit ihre im Vorfeld gesteckten Ziele für das abgelaufene Kalenderjahr übertroffen. "Mit Erträgen von über einer Millarde Euro konnten wir auch 2018 einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Komponisten und Textdichter für die Nutzung ihrer kreativen Leistungen entlohnt werden", bekräftigt Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA. Das Ergebnis 2018 sei zwar um rund 55 Millionen Euro geringer ausgefallen als im Vorjahr (1,0743 Milliarden Euro), da unter anderem hohe Sondererträge aus dem Jahr 2017 weggefallen seien. Bereinigt um diesen "einmaligen Effekt" ergebe sich jedoch ein Plus von 10,3 Prozent.

Den Erträgen stehen Gesamtaufwändungen in Höhe von 159,7 Millionen Euro (rund eine Million Euro weniger als im Vorjahr) gegenüber. Bedingt durch den Ertragsrückgang habe sich der Kostensatz auf 15,7 Prozent erhöht (nach 15,0 Prozent 2017).

Der größte Zuwachs sei erwartungsgemäß bei den Erträgen aus Internet- und Streamingdiensten zu verzeichnen, die gegenüber dem Vorjahr um 35,5 Millionen Euro auf 105,5 Millionen zulegten.

Bei den konventionellen Tonträgern habe sich "der Rückgang nochmals beschleunigt". Mit 81 Millionen Euro fielen die hier erzielten Einnahmen um 15,7 Prozent geringer aus als 2017, als hiermit noch 96,1 Millionen Euro erzielt wurden.

"Alle weiteren Inkassobereiche blieben im Wesentlichen stabil", wie die GEMA verlautet. Der Außendienst trug demnach 388,5 Millionen Euro (2017: 380,5 Millionen) zum Beitragsaufkommen bei, Rundfunk und Fernsehen 301,8 Millionen Euro (nach 294,2 Millionen 2017).

"Die sehr erfreuliche Ertragsentwicklung im Online-Bereich bestätigt, dass über das Internet so viel Musik genutzt wird, wie nie zuvor. Diese Entwicklung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen der Vergütung für die Musikurheber und den Erträgen großer Online-Plattformen, die mit der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke Gewinne erzielen, weiterhin eine große Lücke klafft", betont Harald Heker.

Die auf EU-Ebene verabschiedete Richtlinie zur Modernisierung des Urheberrechts bewertet der Vorstandsvorsitzende der GEMA vor diesem Hintergrund positiv: "Die aktuelle EU-Reform legt den Grundstein für ein zeitgemäßes Urheberrecht, das an die Herausforderungen des Digitalzeitalters angepasst ist. Die neuen EU-Regelungen zielen darauf ab, den Abschluss von Lizenzvereinbarungen zwischen Online-Plattformen und Kreativschaffenden endlich auf ein rechtliches Fundament zu stellen. Wir sehen dadurch die Kreativ- und Kulturwirtschaft in Europa gestärkt", so Heker.