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Große Koalition der Rechteinhaber nimmt Value Gap ins Visier

Passend zu Beratungen der Europapolitiker in Sachen Urheberrecht meldet sich eine große Koalition der Kreativwirtschaft zu Wort. Gleich 24 Organisationen der Musik-, Film- und Medienbranchen fordern in einem Offenen Brief faire Wettbewerbsbedingungen und eine Lösung der Value-Gap-Problematik.

31.01.2018 13:30 • von
Stellten bereits im September 2016 in Straßburg ihre Urheberrechtsrichtlinie vor: EU-Kommissar Andrus Ansip (rechts) und der inzwischen auf europäischer Ebene für Haushaltsfragen zuständige Günther Oettinger (links) (Bild: European Union/Jean-François Badias)

Passend zu anstehenden Beratungen der Europapolitiker in Sachen der bereits Urheberrechtsdirektive meldet sich eine große Koalition der Kultur- und Kreativwirtschaft zu Wort. Gleich 24 Organisationen der Musik-, der Film- und Medienbranche fordern in einem Offenen Brief, adressiert an die Bulgarische Präsidentschaft der Europäischen Kommission, faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Markt und eine Lösung der Value-Gap-Problematik.

Beim Schulterschluss der Rechteinhaber mit an Bord sind aus dem Musikbereich IFPI und Impala als Vertreter der Labelbetreiber, die Musikverlegerverbände ICMP und IMPF, die CISAC als Dachorganisation der Verwertungsgesellschaften sowie auf Seiten der Kreativschaffenden GESAC und ECSA. Außerdem mit dabei sind der europäische Verband der Buch- und Zeitungsverleger, aber auch die ACT-Privatfernsehsender oder Eurocinema.

Sie alle hätten sich zu einer Allianz zusammengefunden, um sich für die Lösung eines großen Problems einzusetzen, das die Zukunft des gesamten Kreativbereichs bedrohe, heißt es in dem Schreiben. Dabei gehe es um den als Value Gap bekannten Wertetransfer. Ins Visier nehmen die Rechteinhaber vor allem Onlinedienste für sogenannten User Uploaded Content (UUC), ohne dabei aber Plattformen wie YouTube, DailyMotion oder Vimeo direkt zu nennen.

Gemeinsam fordert man eine Lizenzierungspflicht für Dienste in Europa und eine Klarstellung, dass Anbieter, die bei der Verbreitung von Inhalten über ihre Plattform eine aktive Rolle übernehmen, sich nicht auf Safe-Harbour-Haftungsausschlussklauseln berufen dürften.

Den Offenen Brief hat unter anderem die IFPI auf ihren Onlineseiten veröffentlicht.