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US-Musikkonsum legt zweistellig zu

Beim Musikkonsum in den USA für 2017 meldet Nielsen Music einen Zuwachs von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 636,65 Millionen Einheiten. Der Streamingboom konnte abnehmende Longplayverkäufe mehr als ausgleichen. Meistverkauftes Album war Taylor Swifts "Reputation".

04.01.2018 13:19 • von Frank Medwedeff

Beim Musikkonsum in den USA für 2017 meldet Nielsen Music einen Zuwachs von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 636,65 Millionen Einheiten. Diese Zahl umfasst Albumverkäufe plus eingerechnete Track-Downloads sowie On-Demand-Audio- und Videostreams. Dabei wurden zehn kostenpflichtige Track-Downloads wie ein verkauftes Album gewertet und 1500 Streams wie ein verkaufter Longplayer. Zählt man die Video-Streams nicht mit, ergibt sich beim reinen Audio-Geschäft in Relation zu 2016 ein Zuwachs von 10,2 Prozent auf 491,55 Millionen Einheiten.

R&B/HipHop hat mit 24,5 Prozent Marktanteil erstmals Platz eins im Genreranking erobert und Rock-Veröffentlichungen (20,8 Prozent) auf den zweiten Platz verwiesen.

Die starken Zuwächse im Streaming konnten rückläufige Albumverkäufe mehr als ausgleichen: 618 Milliarden On-Demand-Audio- und Videostreams zusammengezählt im Jahr 2017 in den USA ergeben einen satten Zuwachs von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr (432,2 Milliarden). Die Audiostreams legten dabei überproportional um 59 Prozent auf 400,4 Millarden Aufrufe zu, die Videostreams um 21 Prozent auf 217,7 Millarden.

169,15 Millionen verkaufte Alben (CDs, Vinyl, Kassetten und Downloads ganzer Longplayer addiert) im Kalenderjahr 2017 in den USA ergeben indes ein Minus von 17,7 Prozent zu 2016, als formatübergreifend noch 205,54 Millionen Alben in den USA abgesetzt wurden. Zulegen konnten Vinylalben: 14,32 Millionen verkaufte Exemplare bedeuten ein Plus von neun Prozent gegenüber 2016 und einen neuen Höchstwert in der 1991 eingeläuteten Ära der exakten Chartsermittlung durch Nielsen Music.

Das meistverkaufte Album des Jahres 2017 in den USA war Taylor Swifts Reputation" mit 1,9 Millionen abgesetzten Kopien. Swift hatte zuvor auch schon 2009 mit Fearless" (3,22 Millionen) und 2014 mit 1989" (3,66 Millionen) die Bestseller des Jahres in den Vereinigten Staaten gestellt.

Die Millionengrenze an "traditionellen Albumverkäufen" überschritt 2017 außer Swift nur noch Ed Sheeran mit ÷ (Divide)" (1,1 Millionen). In den Longplay-Jahrescharts, die Track-Downloads und -Streamings mit einbeziehen, ist "Divide" indes die Nummer eins mit 2,764 Millionen sogenannten "Equivalent Album Units" vor Kendrick Lamars Damn (2,764 Millionen) und Swifts "Reputation" (2,336 Millionen).

Die beiden meistverkauften Vinyl-Alben 2017 in den USA stellen die Beatles: Sgt, zum 50-jährigen Jubiläum neu aufgelegt, liegt mit 72.000 abgesetzten Exemplaren vor Abbey Road" (66.000).

Meistgestreamter Hit des Jahres war Despacito" von Luis Fonsi und Daddy Yankee in der Version mit Justin Bieber mit 1,322 Milliarden Aufrufen in den Vereinigten Staaten.