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Rolf Budde: "Die Arbeit, die die Verleger leisten, ist nicht umsonst"

Seit dem GEMA/Kramm-Urteil des Berliner Kammergerichts ist gerade einmal ein halbes Jahr vergangen. Rolf Budde, Präsident des Deutschen Musikverleger-Verbands, erläutert im Gespräch mit MusikWoche, was seitdem in Sachen Urhebervertragsrecht, Verlegerbeteiligung und elektronisches Bestätigungsverfahren passiert ist.

12.06.2017 10:38 • von Jonas Kiß
Rechnet erst 2018 mit YouTube-Ausschüttungen: Rolf Budde (Bild: Budde Music)

Seit dem GEMA/Kramm-Urteil des Berliner Kammergerichts ist gerade einmal ein halbes Jahr vergangen. Rolf Budde, Präsident des Deutschen Musikverleger-Verbands, erläutert im Gespräch mit MusikWoche, was seitdem in Sachen Urhebervertragsrecht, Verlegerbeteiligung und elektronisches Bestätigungsverfahren passiert ist.

Zahlreiche Musikverleger haben feststellen müssen, dass das elektronische Bestätigungsverfahren viel Arbeitsaufwand mit sich bringt. Wie beurteilen Sie die Lage?

Das Verfahren hat Majors und Indies viel Zeit gekostet, weil es viel Arbeit mit sich bringt. Ich denke aber, dass alle es schaffen, denn zunächst brauchen wir nun bis 1. Juni nur die Grundlagen für die Ausschüttung der ZPÜ bis Ende September. Um alle Formalien zu Ende zu bringen, haben wir dann Zeit bis Ende November.

Was kostet so viel Zeit?

Viel Recherchearbeit bringen zum Beispiel gerade für die älteren Musikverlage die verstorbenen Rechteinhaber und deren Rechtsnachfolger. Hier haben die Verleger häufig mit Personen zu tun, die mit dem eigentlichen Werk nichts mehr zu tun haben und mit der Sachlage manchmal gar nichts anfangen können. Da habe ich von manchen Schwierigkeiten für die Kollegen gehört.

Ist denn das angestoßene Verfahren grundsätzlich in Ordnung, oder hätte man die Weichen von vornherein anders stellen müssen?

Das ist im Nachhinein immer schwer zu sagen. Unter den gegebenen Voraussetzungen - also angesichts der Drucksituation, in der die Musikverleger und die GEMA seit Mitte November waren - so schnell und mit den vorhandenen Ressourcen eine enorme IT-Lösung umzusetzen, das ist meines Erachtens nach ein guter Weg gewesen. Natürlich zeigt sich der Teufel oftmals erst im Detail: Es gibt zum Beispiel Autoren, die haben selbst der GEMA verboten, ihre Kontaktinformationen weiterzugeben. Das bedingt bei dem einen oder anderen Musikverleger detektivische Arbeit, um da voranzukommen. Zudem zeigt sich anhand der Daten, die die Verleger von der GEMA erhalten haben auch, dass hier teils erhebliche Lücken vorhanden sind und die Datenlage von der bei den Verlegern vorhandenen manchmal erheblich abweicht.

Wie kommt das?

Zum Beispiel wandern Editionäre manchmal mit ihren Editionen. Da war jemand gerade noch bei dem einen Musikverlag, inzwischen ist er bei einem anderen. Wenn nun der bisherige dazu Post bekommt, hat man die Daten des Betreffenden gar nicht mehr, denn schließlich ist er dort nicht mehr Kunde. Allerdings bin ich Optimist und ziehe aus dem Schlechten auch gern das Gute: Angesichts der anstehenden Migration der Daten zu ICE haben wir nun schon einmal Aufgaben erledigt, die wir ansonsten erst mit der Migration hätten. Die Arbeit, die die Verleger nun leisten, ist also nicht umsonst.

Das vollständige Interview lesen Abonnenten in MusikWoche Heft 22/2017, im Livepaper oder .