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US-Charts: Manchmal haben Spitzentitel ein kleines bisschen Haue gern

Der Soundtrack "Fifty Shades Darker" erreicht auf Platz eins den Höhepunkt der US-Charts. Damit übertrumpft das Album die Filmmusik zum Vorgänger "Fifty Shades Of Grey". Zudem sorgen die Grammys für Bewegung.

20.02.2017 10:04 • von

Der Soundtrack "Fifty Shades Darker", so lautet der Originaltitel zum zweiten Teil des Blockbusters "Fifty Shades Of Grey", der hierzulande als Fifty Shades Of Grey - Gefährliche Liebe" vermarktet wird, erreicht auf Platz eins den Höhepunkt der US-amerikanischen Lonplaycharts. Im Erhebungszeitraum bis zum 16. Februar 2017 zählten die Chartsermittler von Nielsen Music 123.000 Albumäquivalente, von denen 72.000 auf traditionelle Verkäufe entfielen. "Fifty Shades Darker" profitiert dabei unter anderem vom Hit I Don't Wanna Live Forever" von Zayn und Taylor Swift. Außerdem steuerten Acts wie Sia, Halsey, Nick Jonas, Kygo, Tove Lo oder Nicki Minaj Titel zu der Filmkopplung bei, die parallel zum Kinostart in den Handel gelangte.

Mit dem Sprung an die Spitze übertrumpft das Album direkt nach der Veröffentlichung die Chartsbilanz der Filmmusik zum Vorgängerwerk, allerdings nur in Hinblick auf die Höchstplatzierung: Fifty Shades Of Grey" schaffte es ziemlich genau zwei Jahre zuvor in der VÖ-Woche auf den zweiten Rang der Wertung. Der Weg an die Spitze blieb dem Werk zwar verwehrt, aber nach Verkäufen schnitt der erste Teil im Musikgeschäft doch erheblich besser ab: So registrierte Nielsen Music in der ersten Woche für die erste "Fifty Shades"-Filmmusik 258.000 Chartseinheiten, davon 210.000 traditionelle Albumverkäufe. Für den Sprung an die Spitze reichte das damals jedoch nicht, weil sich Drake mit dem überraschend veröffentlichten "If You're Reading This It's Too Late" und 535.000 Chartseinheiten von null auf eins katapultierte.

In den aktuellen US-Charts sorgt derweil für viel Bewegung. So springt Bruno Mars mit 24K Magic" von Position sieben der Vorwoche nunmehr auf Rang zwei und kann dabei mit 66.000 Chartseinheiten seine Bilanz der Vorwoche gut verdoppeln. Bei der Gala zum US-Musikpreis hatte Bruno Mars seine Single "That's What I Like" vorgetragen und mit "Let's Go Crazy" am Tribute für den verstorbenen Superstar Prince mitgewirkt. "24K Magic" verbringt nunmehr die zusammengezählt dritte Woche auf dem zweiten Rang der US-Charts. Zwar hält sich das Album seit der Veröffentlichung vor nunmehr 13 Wochen in den Top Ten, der Weg ganz nach vorn blieb "24K Magic" bislang allerdings verwehrt.

Das war bei Big Sean anders, der mit I Decided" vor Wochenfrist an der Spitze in die Wertung einstieg, nun aber mit 62.000 Chartseinheiten auf Rang drei fällt, gefolgt von Migos, deren Longplayer Culture" mit 59.000 Einheiten um eine Stufe auf vier abrutscht und The Weeknd mit Starboy" (weiter auf Platz fünf). 54.000 Exemplare sorgen dabei nach dem Grammy-Auftritt von The Weeknd für ein Absatzplus von 15 Prozent zur Vorwoche.

Adele verhelfen ihre vier Grammy-Trophäen zu einem Verkaufszuwachs um gleich 137 Prozent und dem als "Album des Jahres" ausgezeichneten 25" zu einem Sprung von Platz 21 auf sechs. Von den 47.000 kumulierten Charteinheiten entfielen 30.000 auf tatsächliche Verkäufe. Für den Trolls"-Soundtrack geht es rauf von 14 auf sieben (44.000, davon 32.000 abgesetzte Kopien); hier half statt der Grammys der Vermarktungsstart des Films fürs Heimkino dem Soundtrack auf die Sprünge.

Lady Gaga war zusammen mit Metallica zwar auch bei der Grammy-Verleihung zu sehen, allerdings sorgte der Auftritt dort nicht ganz für eine Dynamik wie das Gastspiel in der Halbzeitpause des Super Bowls in der Woche zuvor: Für das Album Joanne" geht es deshalb mit 41.000 Exemplaren runter von zwei auf acht.

Rauf von 33 auf acht springt hingegen Beyoncé mit Lemonade". Für den "Album des Jahres"-Preis hat es bei der Grammy-Verleihung zwar nicht gereicht, die Liveauftritte der Künstlerin sorgten aber dennoch dafür, dass sich die kumulierte Wertung des Longplayers mit 38.000 Chartseinheiten im Vorwochenvergleich beinahe verdreifacht hat, 29.000 davon entfielen auf Verkäufe. Um einen Platz rauf von elf auf zehn geht es schließlich für den La La Land"-Soundtrack (33.000).