Unternehmen

Dossier Independent: Kommunarden zeigen klare Kante

Ob nun mit der Wintel-Studie, der Merlin-Umfrage oder der Kampagne #mehrvielfaltimradio: Die unabhängigen Musikunternehmen und ihre Organisationen waren im ersten Halbjahr 2016 schwer aktiv. Das schlägt sich auch in der Wahrnehmung auf wirtschaftlicher und politischer Ebene nieder.

29.07.2016 15:28 • von Jonas Kiß
Haben mehr an als die Kommune 1 (von links): Die VUT-Vorstände Georg Löffler, Fritz Krings, Mark Chung, Désirée Vach, Ronny Krieger, Jürgen Schattner, Tess Rochholz, Oke Göttlich, Thomas Zimmermann und Christof Ellinghaus, es fehlen Werner Dabringhaus und Michael Schuster (Bild: Désirée Reimer/VUT)

Ob nun mit der Wintel-Studie, der Merlin-Mitgliederumfrage oder der Kampagne #mehrvielfaltimradio: Die unabhängigen Musikunternehmen und ihre Organisationen waren im ersten Halbjahr 2016 auf nationalem und internationalem Terrain schwer aktiv. Das schlägt sich auch in der Wahrnehmung auf wirtschaftlicher und politischer Ebene nieder.

"Wenn ich alle unabhängigen Musikunternehmen als Gesamtes betrachte und Kriterien wie den Marktanteil anschaue, dann freut mich, dass die unabhängigen Musikunternehmen seit Jahren wachsen", sagt VUT-Geschäftsführer Jörg Heidemann auf die Frage nach der aktuellen Position der Indies am deutschen Musikmarkt und im internationalen Geschäft. "Wenn das so weitergeht, haben wir bald mehr Marktanteile als Universal Music."

Immerhin zeigte die vom Worldwide Independent Network (WIN) zur Midem erstmals präsentierte Untersuchung der weltweiten Marktanteile der unabhängigen Firmen, dass die Indies im Jahr 2015 auf einen Weltmarktanteil von 37,6 Prozent kamen und Umsätze in Höhe von 5,6 Milliarden Dollar zu den globalen Gesamteinnahmen der Musikwirtschaft beisteuerten. Mit der Wintel genannten Untersuchung hatte WIN-CEO Alison Wenham den Marktforscher Mark Mulligan von Midia Research und Chris Bilton vom Centre For Cultural Policy der Universität Warwick beauftragt. Bei der Erhebung dienten die Eigentumsverhältnisse am Repertoire als Grundlage. Somit flossen auch die Anteile von Indiefirmen mit ein, die im Vertriebsbereich auf Major-Partnerschaften bauen.

Doch trotz dieser eindrucksvollen Zahlen ist längst nicht alles rosig im Indieland: "Der deutsche Musikmarkt als stabilster europäischer Markt im physischen Bereich erlaubt auch den kleineren Labels noch Umsätze, die ihnen ein Weitermachen ermöglichen", weiß Jörg Heidemann zwar: "Allerdings sind wir immer noch weit von einem Markt entfernt, der auch kleineren Unternehmen fairen Marktzugang und gleiche Wettbewerbsbedingungen bietet." So sei die bei manchen Konzernen wie Amazon oder Google zu beobachtende Marktkonzentration und Marktmachtausübung dem VUT und anderem Indie-Organisationen "weiterhin ein Dorn im Auge", streicht Heidemann heraus.

Mehr zum Thema lesen Abonnenten in MusikWoche Heft 30/2016, im Livepaper oder .