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"Rock Hard" sieht Potenzial bei Apps und im Festivalbereich

15.02.2016 10:56 • von Jonas Kiß

"Wir betreten mit dieser App absolutes Neuland, auf diese Art und Weise ist - zumindest im Musikbereich weltweit - noch kein Verlag vorgegangen", berichtet Rock Hard"-Herausgeber Holger Stratmann im Gespräch mit MusikWoche. "Wir sind nach sieben Wochen bereits im fünfstelligen Bereich; wie weit wir dort in 2016 vordringen können, kann ich nicht seriös abschätzen. Ich gehe aber davon aus, dass wir unsere Reichweite erheblich steigern werden." Unter anderem habe man auch zahlreiche Downloads aus Regionen außerhalb von Mitteleuropa registriert: "Deutschsprachige Metalheads gibt es anscheinend überall", meint Stratmann.

Mit der App zielt Stratmann auf langjährige Leser, will aber auch neue Kreise erschließen: "Knapp über die Hälfte der User sind Stammleser, die die App als zeitgemäße Ergänzung und Teaser zum Heft nutzen. Noch interessanter sind für uns die Wechselkäufer, Neueinsteiger oder Digital Natives, die nach einer neuen Lese-Erfahrung suchen und uns über die App auf ganz unkomplizierte Weise kennenlernen können." Bei "Rock Hard" sei man "ein bisschen stolz darauf" von Beginn an unterschiedliche Zielgruppen zufriedengestellt zu haben: "Die Bewertungen in den App Stores sprechen für sich", meint Stratmann.

Die App basiert auf dem Redaktionssystem InterRed. Auch den Online-Auftritt des Magazins will der Herausgeber in diesem Jahr an das App-Geschehen anpassen. "Für uns stand von Beginn an ein sehr direktes Musikerlebnis mit News in Echtzeit, Videos, Links, Redaktions-Blogs und Bilder-Galerien im Fokus. Die Inhalte werden von den Redakteuren kurzfristig eingepflegt", sagt Stratmann. Über In-App-Käufe hat die "Rock Hard"-Verlagsgesellschaft zudem bereits Special-Ausgaben vermarktet: "Die Erfahrungen mit den digitalen Bezahl-Specials waren erheblich besser als das, was mir andere Verleger von ihren E-Papern berichten", berichtet Stratmann.

"Immerhin hat jeder zehnte User zugegriffen, und das bei der Zweitverwertung eines Buches." Diesen Markt wolle er im Auge behalten, derzeit aber konzentriere man sich auf Onlinewerbung und Partnerprogramme. Neue Perspektiven verspricht auch das Engagement im Livebereich: "Mindestens 70.000 Fans haben dem Festival live, vor dem Fernseher oder per Stream beigewohnt", berichtet Stratmann. "Das allein zeigt, welches Potenzial vorhanden ist." Die nächste Auflage des Rock Hard Festivals steigt am Pfingstwochenende vom 13. bis 15. Mai wieder im Amphitheater Gelsenkirchen.

Mit dabei sind unter anderem Blind Guardian, Sodom, Tankard oder Kadavar. Mit dem "Rock Hard" habe er nach "einer sehr schwierigen Phase" im Jahr 2013 einen Neuanfang gewagt und sei nun glücklich, "dass wir mit einem bescheidenen Budget nach wie vor zu den drei wichtigsten Musikmagazinen Deutschlands" zählen: "Unter unserem neuen Motto 'Musikjournalismus im Aufbruch' verstehen wir, dass die Grenzen zwischen Print und Online auf allen redaktionellen Ebenen fließend sind." Diese Durchlässigkeit sei auch in Richtung Rock Hard Shop und Rock Hard Festival gegeben. "Unsere Stärke liegt darin, dass wir mit unserer kleinen All-In-One-Medien-Firma schnell und flexibel reagieren können."