Handel

UK: Physischer Entertainmentmarkt zeigt Erholungstendenzen

Laut Kantar Worldpanel hat sich der Umsatzrückgang im physischen Entertainmentmarkt in Großbritannien merklich verlangsamt. Dies war im zweiten Quartal insbesondere im Gamesmarkt der Fall, aber auch bei DVDs und Blu-rays fiel das Minus nicht mehr so stark aus wie vor einem Jahr.

10.08.2015 13:57 • von
Konnte den Marktanteil weiter steigern: die britische Kette GAME (Bild: GAME Digital plc)

Laut Kantar Worldpanel hat sich der Umsatzrückgang im physischen Entertainmentmarkt in Großbritannien merklich verlangsamt. Laut den Marktforschern betrug das Umsatzminus bei DVDs, Blu-rays, Games und CDs im Zwölfwochenzeitraum mit Ende 5. Juli drei Prozent - im Vorjahreszeitraum ermittelte Kantar noch einen Rückgang um sieben Prozent. Dass der physische Markt den Negativtrend etwas ausbremsen konnte, wurde vor allem durch den Gamesmarkt begünstigt, der aktuell von der Nachfrage nach Software für die PlayStation 4 und Xbox One profitiert. Hervorzuheben sei hier vor allem die Kette GAME, die ihren Marktanteil in diesem Sektor auf 31,7 Prozent ausbauen konnte (Vorjahr: 29,1 Prozent). "GAME ist weiterhin erste Wahl für Besitzer von PS4 oder Xbox One und kommt auf 36,5 Prozent der kombinierten Softwareverkäufe", erklärt Fiona Keenan, Strategic Insight Director bei Kantar Worldpanel.

Aber auch im physischen Videomarkt fiel das Minus nicht mehr so stark aus wie vor einem Jahr. War im zweiten Quartal des Vorjahres noch ein Umsatzeinbruch von 9,5 Prozent bei DVDs und Blu-rays zu beklagen, betrug das Minus im diesjährigen Erhebungszeitraum nur noch 3,6 Prozent. "Amazon und Tesco sind hier die klaren Gewinner und kommen gemeinsam auf 42,5 Prozent des Marktes", erläutert Keenan. Tesco war demnach beim Topseller des Quartals, "Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere", tonangebend - über ein Viertel der physischen Umsätze des Fantasyhits wurden bei der Supermarktkette getätigt. Anteile verloren hat dagegen Asda. Die zum Walmart-Konzern gehörende Hypermarktkette kam im zweiten Quartal 2015 nur noch auf 11,7 Prozent der physischen Videoumsätze, nach 15 Prozent im Vorjahr.

Der physische Musikmarkt hat nach starkem Jahresauftakt dagegen wieder an Dynamik verloren und verzeichnete ein von Kantar nicht näher beziffertes Minus. Als Hauptgrund wird die Abwesenheit von zugkräftigen Neuveröffentlichungen genannt: die Vorjahresbasis war maßgeblich von Coldplays "Ghost Stories" beflügelt worden.