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Start-up dooop überträgt Konzerte ins Wohnzimmer

05.12.2014 14:44 • von
Will mit dooop einzigartige Erlebnisse vermitteln: Fabian Schmid (Bild: dooop)

"Auf dooop wollen wir Künstlern eine Möglichkeit bieten, unkompliziert und flexibel Konzerte zu spielen", berichtet Fabian Schmid. Mit seiner Streamingplattform dooop will der Firmengründer Künstlern und Fans die Türen zu einem neuen Konzerterlebnis öffnen. Dazu passt auch der Name: dooop setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern "Doors" und "open".

Die Künstler entscheiden selbst, wo sie das Konzert spielen - ob auf einer Bühne, im Proberaum oder im Wohnzimmer. Voraussetzung seien lediglich eine stabile Onlineverbindung, ein Laptop oder eine Webcam und ein Mikrofon. Auch den Preis für den Abruf des Livestreams legen die Künstler selbst fest, der Mindestpreis liegt bei 50 Cent - dooop sieht sich denn auch als erster europäischer Anbieter für bezahlte Onlinekonzerte.

"Mit dem Kauf eines Tickets unterstützen Fans die Künstler dabei, das nächste Album zu finanzieren oder die Kosten für den nächsten Tourneestop einzuspielen", sagt Fabian Schmid. Die Zuschauer können den Auftritt über ihren Rechner oder am Tablet verfolgen.

Sogar ans Trinkgeld ist gedacht

Kein Konzert werde aufgezeichnet, betont man bei dooop. So sollen die Auftritte wirklich exklusive Session für die Zuschauer bleiben. Die Bezahlung erfolgt mit sogenannten dooops. Nutzer können diese virtuelle Währung via Kreditkarte, PayPal oder Sofortüberweisung erwerben. Die Umrechnung ist einfach: Ein dooop entspricht einem Cent. Über das eigentliche Zugangsgeld hinaus können Künstler zudem einen virtuellen Trinkgeldhut aufstellen, der ebenfalls virtuelle dooops annimmt. 60 Prozent der Einnahmen aus Ticketverkäufen und Trinkgeldern will dooop an den Künstler ausschütten.

Mit der sogenannten Shout-Box bietet die Plattform zudem eine Möglichkeit zur Interaktion per Livechat vor und während des Konzerts.

Fabian Schmid betreibt dooop mit Unterstützung von Stefan Löwen. Der veranstaltete bereits Konzerte mit Künstlern wie Deep Purple, Christina Stürmer oder Ich+Ich und wirkte 2011 auch an der Tour "40 Jahre disco" mit. Hinzu kommt ein Team von Entwicklern - schließlich setzt dooop nicht auf einer bestehenden Plattform auf, sondern ist eine komplette Eigenentwicklung; für das Streaming allerdings werden bestehende Technologien genutzt.

Das Startkapital des Unternehmens liegt bei 50.000 Euro. Die Konzeptphase begann im Januar 2014, seit Juli 2014 wird rund um die Uhr an dooop gearbeitet. Die offizielle Firmengründung war im November, im Dezember lief bereits der Konzertbetrieb an.

Zum Start legen die Betreiber der Plattform den Fokus auf lokale Künstler. So feierte dooop am Abend des 2. Dezember mit einem Auftritt von Nepo Fitz Premiere. Der Musikkabarettist, Sänger und Pianist rief für sein im privaten Umfeld aufgenommenes Konzert 300 dooops, also drei Euro, auf. Der Singer/Songwriter Hannes Kreuziger plant für den 11. Dezember ab 21 Uhr ein exklusives Prelistening seines neuen Albums. Erst im nächsten Schritt sollen auch Acts aus dem europäischen Ausland ihre Fans via dooop erreichen können