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Telekom tritt bei Drosselplänen auf die Bremse

Die Deutsche Telekom hat auf die massive Kritik an den neuen Volumentarifen, die ab 2016 bei Ausschöpfung des vereinbarten Datenvolumens eine drastische Tempodrosselung vorsahen, reagiert. Zurückgenommen wurden die Drosselpläne nicht - Kunden sollen allerdings nur noch auf 2 Mbit/s heruntergebremst werden.

12.06.2013 14:48 • von Mareike Haus

Die Deutsche Telekom hat auf die massive Kritik an den neuen Volumentarifen, die ab 2016 bei Ausschöpfung des vereinbarten Datenvolumens eine drastische Tempodrosselung vorsahen, reagiert. Zurückgenommen wurden die Drosselpläne nicht - Kunden sollen allerdings nur noch auf 2 Mbit/s heruntergebremst werden. Ursprünglich sah der Provider vor, Kunden, die keine Zusatzpakete buchen, im Schneckentempo mit 384 kbit/s surfen zu lassen. "Wir haben in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden. Mit 2 Mbit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung", so Niek Jan van Damme, Deutschlandchef der Telekom Deutschland, in einem Unternehmensstatement. Marketingchef Michael Hagspihl betonte zudem, dass man für alle Zielgruppen "attraktive Tarifpakete" schnüren werde und die Inklusivvolumina "dynamische Werte" seien, die sich an den Markterfordernissen orientieren. "Die Werte sind nicht in Stein gemeißelt, auch hier gilt: Wir stellen uns der Realität. Vor der Einführung 2016 werden wir uns den Durchschnittsverbrauch unserer Kunden genau ansehen und die Inklusivvolumina gegebenenfalls anpassen", so Hagspihl.

Kritiker der neuen Volumentarife besänftigt das Geschwindigkeitszugeständnis der Telekom nicht wirklich. Netzaktivisten und Verbraucherschützer fürchten nach wie vor eine Verletzung der Netzneutralität, da die Telekom ihr eigenes Angebot Entertain nicht auf das monatliche Volumen anrechnet. "Weiterhin sollen sich Partner für die Überholspuren auf den sogenannten 'Managed-Services' einkaufen können. Große Player werden sich womöglich die Überholspuren leisten können und wollen, um einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten von morgen zu haben", kommentierte Markus Beckedahl, Vorstand des Digitale Gesellschaft e.V., die angepassten Drosselungspläne der Telekom. Das mögliche Szenario "Zwei-Klassen-Internet" hat bereits die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen.