Handel

Media-Saturn-Ergebnis bricht ein

Die Investitionen in Preisgestaltung und die Onlineshops sowie der Ausstieg aus dem China-Geschäft haben das Ergebnis von Media-Saturn im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich belastet. Das Ebit vor Sonderfaktoren brach trotz Umsatzplus um 40 Prozent ein. Nur ganz knapp am Nettoverlust vorbeigeschrammt ist der Mutterkonzern Metro.

20.03.2013 11:21 • von Mareike Haus

Die Investitionen in Preisgestaltung und die Onlineshops sowie der Ausstieg aus dem China-Geschäft haben das Ergebnis von Media-Saturn im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich belastet. Wie Mutterkonzern Metro mitteilt, sank das Ebit vor Sonderfaktoren 2012 um 40 Prozent auf 326 Mio. Euro. Alleine für das gescheiterte China-Experiment von Media Markt wurde eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von 95 Mio. Euro getroffen. Die Preisinvestitionen kommen der Metro-Vertriebslinie ebenfalls teuer zu stehen, machten sich aber zuletzt positiv beim Umsatz bemerkbar. Wie der Düsseldorfer Handelskonzern in der endgültigen Jahresbilanz bestätigte, konnten Saturn und Media Markt den Umsatz um 1,8 Prozent auf 21 Mrd. Euro steigern. Vor allem hierzulande entwickelten sich die Erlöse positiv: Erstmals seit 2009 konnte Media-Saturn in Deutschland auch flächenbereinigt wieder leicht zulegen, und zwar um ein Prozent. Insgesamt kletterte der Deutschland-Umsatz im letzten Jahr um vier Prozent auf 9,6 Mrd. Euro.

Mutterkonzern Metro ist 2012 dagegen nur knapp an der Verlustzone vorbeigeschrammt. Nach einem Nettoergebnis von 631 Mio. Euro im Vorjahr blieben 2012 unterm Strich nur noch magere drei Mio. Euro übrig. Neben dem schwierigen Konsumumfeld in Europa schlug vor allem der kostenintensive Konzernumbau ins Kontor. Der Umsatz des Düsseldorfer Handelskonzerns stieg um 1,2 Prozent auf 66,7 Mrd. Euro. Nach dem Horrorjahr mit Dax-Rauswurf, Gewinnwarnungen und Dividendenkürzung schaut Metro-Chef Olaf Koch verhalten ins Jahr 2013. So erwartet das Unternehmen "trotz des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ein moderates Umsatzwachstum". Da die Metro ihr Geschäftsjahr umstellt, handelt es sich beim Geschäftsjahr 2013, das bereits im September endet, um eine Neunmonatsperiode. Operativ werde das Ergebnis wohl unterhalb des Niveaus der ersten neun Monate 2012 liegen, heißt es aus Düsseldorf. Als Ursache für den verhaltenen Ausblick führt Metro fehlende sportliche Großereignisse an, von denen für gewöhnlich die Elektrofachmärkte profitieren. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll hingegen über dem Vorjahreswert von 704 Mio. Euro liegen. Hier will Metro insbesondere höhere Erträge aus Immobilienverkäufen erwirtschaften.