Livebiz

Münchner Kulturveranstalter fordern Korrekturen bei GEMA-Tarifen

Präsident Alexander Wolfrum betonte beim Pressegespräch des Verbands der Münchner Kulturveranstalter (VdMK), dass seine Organisation die neuen GEMA-Tarife ohne Korrekturen nicht hinnehmen werde. Die Münchner Veranstalter unterstützen auch die Petition gegen das neue Tarifmodell.

17.04.2012 16:46 • von Frank Medwedeff

Bei einem Pressegespräch im Münchner Club Neuraum bemängelte der Verband der Münchner Kulturveranstalter (VdMK) die "unverhältnismäßigen Steigerungen" der GEMA-Gebühren, die das neue Tarifmodell der Verwertungsgesellschaft bei Veranstaltungen mit Livemusik oder Tonträgerwiedergaben (Konzerte ausgenommen) in vielen Fällen zur Folge habe. Dieses Faktum belegen, wie der Verband darlegte, zahlreiche vorgelegte Beispielrechnungen der Mitglieder des VdMK, dem unter anderem Clubs wie Rote Sonne, Harry Klein, Nachtgalerie, Milchbar oder Neuraum angehören.

Nach dem Aufruf des VdMK rechneten in den letzten Tagen zahlreiche Münchner Veranstalter ihre neuen Tarife aus und meldeten die Zahlen an den Verband. "Wir waren schockiert", so VdMK-Präsident Alexander Wolfrum über "explosionsartige" Steigerungen der GEMA-Gebühren von bis zu 1.400 Prozent. Die Existenz vieler Clubs sei bedroht. "Wir halten die neuen Tarife für unangemessen - und werden uns daher in jedem Fall gegen die Einführung ohne Korrekturen wehren", so Wolfrum, der auch Geschäftsführer der Münchner Eventagentur G ist.

Auf der Website des VDMK können interessierte Veranstalter ab Mittwoch, dem 18. April 2012, über ein einfaches Berechnungstool den geplanten GEMA-Tarif für den eigenen Club oder die eigene Diskothek prüfen und die damit voraussichtlich einhergehende Einsparung oder Verteuerung ihres Tarifes ab 2013 sehen.

Die Mitglieder des VdMK gehören auch zu den mittlerweile schon mehr als 30.000 Unterstützern der von Matthias Rauh von giga event initiierten Online-Petition gegen die geplante Tarifreform. Zahlreiche Münchner Veranstalter wollen die Petition über in den Clubs und Diskotheken ausliegende Unterschriftenlisten weiter vorantreiben. "Schließlich ist es nicht zuletzt auch im Interesse unserer Gäste, dass wir nicht aufgrund neuer GEMA-Tarife gewachsene Preisstrukturen umstürzen und die Verteuerung auf den Gast abwälzen müssen", so David Süß, Betreiber des Clubs Harry Klein und Mitinhaber des Labels Harry Klein Records, beim Pressegespräch.

Der VdMK teile zudem nicht den von GEMA-Vorstandmitglied Georg Oeller geäußerten Optimismus hinsichtlich einer schnellen Einigung in der Tarifauseinandersetzung mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter im soeben eingeläuteten Schiedsstellenverfahren.

"Ohne eindeutige Korrekturen halten wir die ab 2013 geplanten Tarife weder für angemessen noch für ausgewogen und behalten uns entsprechend auch rechtliche Schritte vor", erklärte beim Pressetermin Rechtsanwalt Franz Erlmeier im Namen des VdMK, der in dieser Angelegenhheit auch mit Veranstalterorganisationen in anderen Städten und Bundesländern kooperiere.

Der 1996 gegründete VdMK vertritt Club- und Hallenbetreiber, Konzert- und Kulturveranstalter sowie Veranstaltungsagenturen aus den unterschiedlichsten Bereichen, "die zusammen das Ziel verfolgen, München als lebendige Kulturmetropole mit einem vielfältigen Veranstaltungsangebot weiterzuentwickeln". Die Mitglieder des eingetragen Vereins zählen mehr als drei Millionen Besucher pro Jahr auf ihren Veranstaltungen.