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Petition gegen GEMA-Tarifmodell findet regen Zulauf

Matthias Rauh, Geschäftsinhaber der Agentur giga event aus Neustadt im Harz, hat in Absprache mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter eine offene Petition gegen die neuen GEMA-Tarife gestartet - und schon über 25.000 Unterstützer gefunden.

13.04.2012 16:55 • von Frank Medwedeff
Will mit der Petition den öffentlichen Druck auf die GEMA erhöhen: Matthias Rauh (Bild: giga event)

Matthias Rauh, Inhaber der Event-Agentur giga event in Neustadt im Harz, hat in Absprache mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter eine offene Petition gegen die für 2013 neuen GEMA-Tarife für Veranstaltungen mit Livemusik oder Tonträgerwiedergaben gestartet. Die Petition mit dem Namen "Gegen die Tarifreform 2013 - GEMA verliert Augenmaß" fand bislang bereits mehr als 25.000 Unterstützer.

Rauh übernahm den Text dafür mit deren Genehmigung von der Bundesvereinigung der Musikveranstalter, die das neue Tarifmodell der GEMA scharf kritisiert. Als Kernvorwurf gegen die geplante Tarifanpassung der Verwertungsgesellschaft steht jetzt auch in der Petition die von der Bundesvereinigung formulierte Feststellung, dass die neue Tarifstrukur "für viele Musiknutzer Erhöhungen von zum Teil mehreren hundert bis zu über tausend Prozent" mit sich bringen würde.

"Ich will, dass ein öffentlicher Druck auf die GEMA entsteht. Man darf sich doch nicht alles gefallen lassen", zitiert die Internet-Publikation "DerWesten" den Initiator der Petition. Gegenüber MusikWoche erklärte Matthias Rauh, mit seiner Aktion auch die Endverbraucher ansprechen und über die Pläne der GEMA und deren Folgen informieren zu wollen. Zu diesem Zweck plant er zudem mit Partnern die Einrichtung einer eigene Website zu der Problematik unter dem Namen kultur-retten.de, die in Kürze online gehen soll.

Rauh will die Petition auf jeden Fall im Laufe dieses Jahres beim Petitionsauschuss des Deutschen Bundestags einreichen - notfalls auch mit einem LKW mit den gesammelten Unterschriften der Unterstützer. Rauh erklärte im Gespräch mit MusikWoche, dass er in Kontakt mit Monika Bestle von Sonthofer Kultur-Werkstatt stehe, die ihrerseits 2009 eine GEMA-kritische Petition auf den Weg brachte, die weit über 100.000 Unterstützer fand. Seit einer Anhörung vor dem Petitionsausschuss im Mai 2010 habe sie indes nichts weiter gehört und vermutet, das Ganze sei "in irgendwelchen Schubladen gelandet", wie Bestle gegenüber "DerWesten" äußerte.

Stephan Büttner, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Musikveranstalter, begrüßt Rauhs Petition im Online-Portal der WAZ-Gruppe ausdrücklich, da es gut sei, wenn möglichst viele Gruppierungen "gegen den Monopolismus" der GEMA vorgingen.