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SoKo Musik-Spielstätten formiert sich

Im Rahmen des Projektes Club International auf dem Reeperbahn Campus hat sich die 1. SoKo Musik-Spielstätten formiert, "das erste bundesweite Netzwerk für die Interessenvertretung der Live-Musik-Clubs". Als "Klassensprecher" ernannt wurden Karsten Schölermann (Knust) und Magnus Hecht (Scheune Dresden).

23.09.2011 13:13 • von Frank Medwedeff

Im Rahmen des Projektes Club International auf dem hat sich die 1. SoKo Musik-Spielstätten formiert, "das erste bundesweite Netzwerk für die Interessenvertretung der Live-Musik-Clubs in Deutschland". Rund 30 Repräsentanten regionaler Club-Organisatoren und Spielstättenbetreiber aus elf Bundesländern kamen im Schatto Pauli in Hamburg zusammen und traten dem Netzwerk bei. Zu "Klassensprechern" ernannten die SoKo-Mitglieder Karsten Schölermann, Betreiber des Knust in Hamburg, und Magnus Hecht, Betreiber der Scheune in Dresden.

Mit der SoKo gelte es, "eine funktionierende überregionale Struktur zur Vernetzung der Live-Musik-Clubs in Deutschland zu schaffen", wie sie bereits in Ländern wie Frankreich, Dänemark oder den Niederlanden existiere. Selbsthilfe und Austausch untereinander sind vorrangige Ziele des Netzwerks. Gleichzeitig soll die SoKo Musik-Spielstätten "ein Sprachrohr der deutschen Live-Musik-Clubs und ihrer gemeinsamen Anliegen zu Politik und Verwaltung" sein.

SoKo-Klassensprecher Karsten Schölermann kommentiert: "Eine nationale Interessenvertretung der deutschen Musikclubs ist überfällig. Viele unserer drängenden Probleme lassen sich nicht auf Länderebene beheben. Wir müssen auf Bundesebene ankommen und gemeinsam für unseren Status als Kulturträger kämpfen. Dabei sind trockene Steuerthemen wie die 'Ausländersteuer', Abgaben wie die Künstlersozialkasse oder auch nur die Forderung nach einem eigenständigen, dem Kultur-Fördergedanken angepassten GEMA-Clubtarif nur die herausragenden Themen." Auch die europäische Vernetzung im Rahmen des Club-Netzwerks Live DMA sei eine drängende Angelegenheit für die SoKo.

Die SoKo-Gründung erfolgte im Rahmen des Netzwerktreffens Club International, das zum zeiten Mal im Rahmen des Reeperbahn Campus stattfindet, und jährlich wiederkehrender Treffpunkt der deutschen Spielstättenbetreiber sein soll - inklusive der Möglichkeit des Austauschs mit internationalen Club- und anderen Branchenrepräsentanten.

Die Initiative Musik unterstützt den Club International im Rahmen ihrer Infrastrukturförderung mit Projektmitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik, erklärt: "Eine Handlungsempfehlung aus der Spielstättenbefragung, die wir in diesem Jahr gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und fünf Bundesländern durchführten, bezieht sich auf die Notwendigkeit eines Bundesnetzwerks für die Clubbetreiber. Klasse, dass die Spielstättenbetreiber die Chance nutzen und jetzt aktiv werden. Wir helfen ihnen, wo wir können. Spielstättenförderung ist ein wichtiges Thema für uns."

Weitere Programmpunkte der zweiten Ausgabe des Club International beim Reeperbahn Campus sind die Diskussionsveranstaltung "Live-Musik-Clubs im Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage" sowie der Workshop "Alles bleibt anders!" mit Informationen unter anderem zum neuen GEMA-Tarif U-K und zu regionalen Unterschieden der Versammlungsstättenverordnung nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg. Ein weiterer Workshop behandelt das europäische Club-Netzwerk Live DMA.

Die laufende Branchenkonferenz Reeperbahn Campus, in deren Rahmen der Club International tagt, wird von der Agentur Inferno Events veranstaltet. Das Konsumentenfestival auf der Reeperbahn, das parallel dazu in zahlreichen Clubs in St. Pauli über die Bühne geht, richtet Reeperbahn Festival GbR aus, ein Joint Venture von Inferno Events und der Karsten Jahnke Konzertdirektion.