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Initiative Musik schließt Spielstättenbefragung ab

Die von der Initiative Musik initiierte Befragung zur Situation von Spielstätten in Deutschland ist beendet. Die Ergebnisse sollen im Frühsommer in einer Dokumentation publiziert werden. Ina Keßler, Geschäftsführerin Initiative Musik, kündigt für das Spielstättenporträt "neben Erwartetem auch Überraschendes" an.

20.04.2011 12:23 • von Frank Medwedeff

Die von der Initiative Musik initiierte und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und den Wirtschafts- und Kulturinstitutionen der beteiligten Bundesländer finanziell unterstützte Befragung zur Situation von Spielstätten in Deutschland ist beendet. Erstmals liegen damit aussagekräftige Daten zum Thema vor, die nun ausgewertet werden können, heißt es aus Berlin.

Die Erhebung für das Spielstättenporträt umfasste die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hamburg und Bremen. In deren Verlauf wurden seit Dezember 2010 mehr als 2.000 Spielstätten flächendeckend kontaktiert und befragt. Den Auftakt zur Auswertung der erhobenen Daten lieferte ein zweitägiger Workshop mit allen Projekt- und Szenepartnern aus den fünf beteiligten Ländern.

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik, berichtet: "Die Ergebnisse zeigen in einem ersten Überblick neben Erwartetem auch Überraschendes. Dies macht das Projekt gerade auch auf Bundesebene interessant. Bisher existierten keine verlässlichen Auskünfte zu diesem Thema. Die Zuordnung der Spielstätten zu Kultur und/oder Wirtschaft nahm in der Auswertungsdiskussion einen großen Raum ein."

Die Ergebnisse sowie mögliche Handlungsfelder und -empfehlungen werden nun für eine Dokumentation aufgearbeitet, die im Frühsommer der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz auf Bundesebene vorgestellt und im Internet für alle Spielstättenbetreiber verfügbar sein werde.

Parallel zur Aufbereitung der übergreifenden, zentralen Dokumentation erfolge auch eine Analyse der Befragung auf Länderebene. In Bremen sei die Rückmeldequote bei immerhin 71 Prozent gelegen, und in Nordrhein-Westfalen allein wurden 1.232 Spielstätten kontaktiert. Als erste Erkenntnisse nennt die Initiative Musik unter anderem eine "überdurchschnittlich gute Vernetzung der Musikclubszene" in Hamburg. In Niedersachsen seien 80 Prozent der Spielstätten in den urbanen Zentren angesiedelt; und in Sachsen erhalte rund die Hälfte der Spielstätten Förderung in unterschiedlichster Form.

Der Begriff "Spielstätte" sei im Rahmen der Analyse auf den Schwerpunkt Musik ausgerichtet und folgendermaßen definiert: Untersuchungsgegenstand waren demnach "Orte, an denen mindestens 25 Konzerte oder musikalische Darbietungen im Verlauf eines Jahres live und in einem festen Gebäude, mit einer ständigen Adresse, stattfinden. Die Ausrichtung der Spielstätte sollte vom Grundverständnis her musikalischer Natur sein. Dort spielen dementsprechend professionelle Musiker und Musikerinnen oder legen professionelle künstlerische DJs auf. Die Größe des Ortes ist auf maximal 2.000 Besucher begrenzt. Konzert oder musikalische Darbietung finden vor einem Publikum statt, das dafür Eintritt zahlt. Musikalisch verläuft der Bogen von allen Genres populärer Musik (Rock, Pop, Metal, HipHop, Singer-Songwriter, Elektronik etc.) bis hin zu Jazz und dessen Formen improvisierter Musik. Ausgeschlossen sind Klassik, Musical, Oper, Operette und andere Formen des Musiktheaters."

Begleitet wurde die Spielstättenbefragung durch die auf Markt- und Medienforschung spezialisierte Goldmedia Custom Research GmbH aus Berlin.