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Guano Apes auf der MusikWoche-Couch: Rückkehr der Nummer-eins-Rocker

01.01.1970 01:00 • von Norbert Obkircher
[IMG#303643_1.jpg#Stellten auf der MusikWoche-Couch ihr Comeback-Album "Bel Air" vor: Sängerin Sandra Nasic und Gitarrist Henning Rümenapp von den Guano Apes #RIGHT]Die Guano Apes haben sich für ihr viertes Studioalbum zwar nicht komplett neu erfunden, trotzdem fällt die Weiterentwicklung seit "Walking On A Thin Line" (2003) sofort auf. Dabei hält sich die Band auch diesmal nicht mit langen Vorreden auf, sondern lässt Taten sprechen. "Wir schrieben gleich bei der ersten Probe 2009 einen neuen Song", erklärt Sängerin Sandra Nasic, "und der unterschied sich schon deutlich von unserem früheren Material."

Doch das Rocken haben die Guano Apes während ihrer Pause nicht verlernt. Verändert hat sich hingegen die Auswahl der eingesetzten Stilmittel, die deutlich subtiler geworden sind, ohne dass darunter das nach wie vor immens hohe Energielevel der Guano Apes gelitten hätte. "Wir brachten 2009 eine komplette Festivalsaison hinter uns, dachten dabei aber nie über eine neue Platte nach", berichtet Gitarrist Henning Rümenapp. "Wir sind gar nicht auf dieses Ziel zugelaufen, sondern haben diesen Prozess immer als ergebnisoffen betrachtet."

Es hätte durchaus auch sein können, dass die Band zu dem Schluss gekommen wäre, dass es nicht mehr funktioniere. "Es fühlte sich aber so gut an und wir bekamen so viel Zuspruch von den Fans, dass wir uns dazu entschlossen weiterzumachen." Mit der eigentlichen Arbeit an "Bel Air" begannen die Guano Apes aber erst gegen Ende 2009. "Es war wichtig für uns", ergänzt Henning Rümenapp, "dass wir uns eine Albumproduktion offenließen und uns nicht selbst unter Druck setzten."

Als Grundlage bei den Aufnahmen dienten der Band jene neuen Songs, die bereits während der Tournee entstanden waren. "Es ging also gar nicht darum, dorthin zurückzukehren, wo wir 2005 aufgehört haben, sondern einfach bei unserem neuen Material anzuknüpfen." Und genau das ist der Band perfekt gelungen. "Bel Air" klingt zwar noch immer zu 100 Prozent ach den Guano Apes, aber eben nach einer modernen Version 2011 und nicht nach den Songs von 2003. "Wir gehen jetzt sehr offen und wertschätzend miteinander um. Alle bringen ihre Einflüsse und Ideen mit ein, das spiegelt sich auf dem Album wider."

Henning Rümenapp betont vor allem zwei Dinge, von denen die Gruppe profitiert: Die alte Energie sei noch da und die Band sei im Songwriting deutlich besser geworden. "Wir sind auf das Album sehr stolz, weil es für uns einen großen Schritt darstellt. Uns war klar, dass wir nicht das Gleiche machen wollten wie früher, wir wollten nicht stehenbleiben. Und der Rest hat sich dann ganz selbstverständlich weiterentwickelt."

Die Erwartungshaltung der Fans spielte für die Band bei den Aufnahmen allerdings keine Rolle. "Also ich beschäftige mich nie mit so etwas", erklärt Sandra Nasic. "Das blende ich komplett aus. Ich finde es zwar toll, wenn Leuten Songs, die wir vor über zehn Jahren geschrieben haben, noch immer etwas bedeuten, aber ich habe zugleich auch eine Erwartung an uns selbst - und die ist hoch genug." Für die Guano Apes beginnt mit "Bel Air" eine neue Ära. "Wir nahmen uns so viel Zeit wie wir brauchten", sagt Gitarrist Henning Rümenapp. "Genau genommen ist,Bel Air' unser zweites Debütalbum."