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Zukunft des Rheinkultur-Festivals bleibt ungewiss

Die finanzielle Lage bei den Veranstaltern der Rheinkultur bleibt äußerst angespannt. Eine Merchandise-Aktion, ein Förderverein und eine Weihnachtsgala sollen nun zur Rettung des Bonner Gratisfestivals beitragen.

20.09.2010 09:58 • von Dietmar Schwenger

Die finanzielle Lage bei den Veranstaltern der Rheinkultur bleibt äußerst angespannt. Eine Merchandise-Aktion, ein Förderverein und eine Weihnachtsgala sollen nun zur Rettung des Bonner Gratisfestivals beitragen.

"Das Zusammenspiel des verheerenden Sommerunwetters vom 3. Juli und des WM-Viertelfinalspiels der deutschen Mannschaft am Rheinkultur-Tag hat ein wirklich tiefes Loch in die Kasse der Rheinkultur gerissen und beschert den Veranstaltern des Festivals bis heute schlaflose Nächte", räumt Veranstalter Holger Jan Schmidt von der Rheinkultur GmbH ein.

In diesem Jahr besuchten nur 60.000 Fans die Veranstaltung, die sich zu einem erheblichen Teil durch den Verzehr der Besucher finanziert. Das war nur ein Drittel der gewohnten Zuschauermenge. "Das bedeutet für die Rheinkultur GmbH, die mit einer gehörigen Portion Idealismus ausschließlich das Festival produziert, ein Minus, das sich - auch nach den freundlichen Rabatten und rührenden Aktionen unserer Partner - auf etwa 40.000 Euro beläuft. Diese müssen alsbald aufgetrieben werden werden, soll es auch im nächsten Jahr das Festival geben."

Prekär wird die Lage auch, weil ab 2011 die Stadt Bonn die Zuschüsse voraussichtlich um 20.000 Euro kürzen will. Das entspricht einem Viertel der derzeitigen Zuschüsse des Kulturamtes. "Wir hoffen immer noch, dass die Entscheider in Fraktionen und Ämtern sich der Brisanz dieses Vorhabens klar werden und vermeiden, dass der größten und integrativsten Veranstaltung für die Jugend in der ganzen Region die Daumenschrauben angesetzt werden", klagt Schmidt.

"Dass am 2. Juli 2011 eine 29. Rheinkultur stattfindet, ist zum jetzigen Zeitpunkt immer noch fraglich", bilanziert der Veranstalter. Er und sein Team wollen aber mit mehreren Aktionen die Veranstaltung retten. So ist jüngst eine Merchandise-Offensive angelaufen und beim 4. Bonner Firmenlauf in den Rheinauen haben am 16. September Vertreter des Festivals teilgenommen, um auf ihre prekäre Lage hinzuweisen.

Auch ein Förderverein, in dem jeder Interessierte eintreten kann, soll helfen, die finanziellen Probleme zu mindern. Direktspenden an die Veranstalter sind auf der Homepage der Rheinkultur ebenfalls möglich. Am 18. Dezember soll zudem eine Große Rheinkultur Retter Weihnachts-Gala als Benefizkonzert in der Bonner Beethovenhalle stattfinden.