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VDKD diskutiert über GEMA-Tarife

Zu den wichtigsten Themen, die am 16. September auf der Jahrestagung des Verbands der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) in Düsseldorf besprochen wurden, gehörten die Verhandlungen mit der GEMA und der Verdrängungswettbewerb in Hamburg und anderen Städten.

17.09.2010 13:59 • von Dietmar Schwenger

Zu den wichtigsten Themen, die am 16. September auf der Jahrestagung des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) in Düsseldorf besprochen wurden, gehörten die Verhandlungen mit der GEMA.

In der Auseinandersetzung mit der Verwertungsgesellschaft um den Einbezug von Werbung und Sponsoring in die Bemessungsgrundlage für Veranstaltungstarife im Bereich U-Musik erhielt der VDKD-Vorstand ein eindeutiges Votum der Versammlung. Der Verband solle bei den künftigen Verhandlungen darauf drängen, dass nur diejenigen Einnahmen aus Werbung und Sponsoring zur Bemessungsgrundlage zählen dürfen, die unmittelbar dem Konzert zuzurechnen seien.

"Zahlungen der werbetreibenden Industrie können nur dann als geldwerter Vorteil für die GEMA gerechnet werden, wenn sie einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Konzert selbst aufweisen und nicht nur allgemein an den Veranstalter fließen", erklärte VDKD-Justitiar Prof, der zudem mit großem Beifall zum Geschäftsführenden Justitiar des Verbandes berufen wurde.

Das zweite große Thema des Tages war der Verdrängungswettbewerb in Hamburg und anderen Städten durch die öffentliche Hand: So sehen sich zahlreiche Verbandsmitglieder einer Wettbewerbsverzerrung ausgesetzt. Öffentliche Gelder würden die bislang funktionierende Strukturen und die ansonsten förderliche Konkurrenz zwischen privaten und öffentlichen Veranstaltern zerstören, klagten die betroffenen Veranstalter.

Ein Beispiel dafür sei die aktuelle Entwicklung in Hamburg, wo Karten für Konzerte mit klassischer Musik zu Niedrigstpreisen angeboten werden. Dort würden Steuergelder offensichtlich zur Verdrängung und Zerstörung bestehender Verbindungen und Programme eingesetzt werden, hieß es auf der Tagung. Deswegen hat der VDKD eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Gegenmaßnahmen einleiten und koordinieren soll.

"Wir werden mit aller Vehemenz gegen diesen Verdrängungswettbewerb vorgehen", sagte VDKD-Präsident Michael Russ. "Öffentliche Subventionen sollen dazu dienen, Konzerte zu ermöglichen, bei denen junge Künstler ihren Markt erst finden müssen, nicht jedoch dazu, etablierten Konzertreihen privater Veranstalter dadurch Konkurrenz zu machen, indem man eine Karte für die Berliner Philharmoniker um 50 Euro billiger anbietet. Steuergelder sind nicht dazu da, um Verlustausgleiche vorzunehmen bei derart populären Konzerten, die bewusst mit Verlust kalkuliert werden."

Russ kündigte nicht nur eine vermehrte Aufklärung der Öffentlichkeit an, sondern will die Auseinandersetzung auch verstärkt auf politischer Ebene austragen.