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Universal Music strebt Punktlandung an

"12 Points", darum geht es bei Universal Music im laufenden Jahr. Das machte Vertriebschef Frank Hohenböken am 2. September in Berlin klar. Es gebe noch Potenzial, vor allem dank des relativ stabilen physischen Markts in Deutschland, der sogar formatübergreifend für ein Absatzplus sorgt.

01.01.1970 01:00 • von Knut Schlinger
Maskottchen im Wandel der Zeit: Vertriebschef Frank Hohenböken zeigt Nipper einst und jetzt (Bild: MusikWoche)

"12 Points", darum geht es bei Universal Music im laufenden Jahr. Der Musikmajor strebe eine Punktlandung an, machte Frank Hohenböken, Managing Director Universal Music Vertrieb, im Rahmen der Vertriebstagung am 2. September in Berlin klar. Im Hinblick auf das langjährige Branchenmaskottchen Nipper, das Hohenböken vor dem angestammten Grammophon, aber auch vor einem iPod sitzend zeigte, sagte er, dass es für die Musikwirtschaft nun darum gehe, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu synchronisieren und erfolgreich zu gestalten.

"Es gibt keine Musikkrise, es gibt nur Krisengebiete", sagte Hohenböken. Jeder müsse sich mit seinem persönlichen Krisengebiet auseinandersetzen - und da gebe es viele Möglichkeiten, die noch großes Potenzial bieten. Seine Ausführungen begleitete er mit einem Video, das emotionale Live-Momente zeigte, um dann aber zu einem Quiz mit 2000 Fragen zur Musikgeschichte überleitete, dass derzeit gerade als App entwickelt wird.

Europaweit, so meinte Hohenböken, steuere der deutsche Markt auf Spitzenkurs - auf jeden Fall sei Deutschland der stärkste physische Markt in Europa. Es gebe hierzulande zwar formatübergreifend einen Umsatzrückgang, dafür aber ein Absatzplus bei digitalen und auch bei den physischen Tonträgern zu verzeichnen. Die Absatzzahlen wuchsen laut Hohenböken im physischen Bereich um zwei Prozent und im Digitalgeschäft um 30 Prozent. Die Basis für diese relativ stabile Entwicklung liefern 25 Millionen Musikkäufer, davon viele in der Kernzielgruppe der Best-Ager im Alter zwischen 30 und 50 Jahren: "Die muss man ansprechen", folgerte Hohenböken, das geschehe derzeit noch nicht im ausreichenden Maße.

Bei Universal Music rückt man deshalb die duale Vermarktung in den Fokus:

"Der Konsument erwartet Auswahl und Verfügbarkeit", sagte Hohenböken. Musikkäufer sollen also ihre Wünsche auch weiterhin auf digitalen und physischen Wegen erfüllen können. So sei die Zahl der Kunden, die nur aus digitalen Quellen kaufen, zuletzt nur von acht auf neun Prozent gestiegen. Gleichzeitig aber habe der Anteil der Kunden, die sich ganz nach Bedarf über den einen oder anderen Kanal bedienten, deutlicher zugelegt, und zwar von acht auf 13 Prozent. Hier gebe es noch viel mehr Potenzial, dass vielleicht auch mit neuen Geschäftsideen - Stichwort: Access-Modelle - gehoben werden könne.

Aber auch abseits des Musikgeschäfts gebe es noch Entwicklungsmöglichkeiten: So trauen die Marktforscher von Universal Music dem Verkauf von Merch- und Fanartikeln ein Volumen von jährlich bis zu 260 Millionen Euro zu, erzielt worden seien davon aber in den letzten zwölf Monaten gerade einmal 13 Prozent.

Von weiterhin großer Bedeutung sei zudem der Point of Sale: Hier fallen immer noch die meisten Kaufentscheidungen, nicht im Internet. Das falle in diesem Ranking sogar noch hinter das Radio als Entscheidungshilfe zurück, betonte Hohenböken. Passend dazu ehrte der Vertriebschef anschließend mit Guido Schlender einen seiner langjährigen Mitarbeiter im Vertriebsbereich für 25 Jahre im Dienste von Universal.