Unternehmen

YouTube weist GEMA-Vorstoß zurück

Die YouTube-Betreiber aus dem Hause Google bedauern in einer ersten Reaktion den Abbruch der Verhandlungen durch die GEMA. YouTube-Manager Patrick Walker geht aber zugleich in die Offensive und beklagt überzogene Kosten: Nachhaltiges Wirtschaften sei so nicht möglich.

10.05.2010 16:52 • von Knut Schlinger
Will Start-Ups vor Forderungen der Kreativen schützen: Patrick Walker (Bild: Midem)

Die YouTube-Betreiber aus dem Hause Google bedauern in einer ersten Reaktion den Abbruch der Verhandlungen durch die GEMA. YouTube-Manager Patrick Walker geht aber zugleich in die Offensive und beklagt überzogene Kosten: Nachhaltiges Wirtschaften sei so nicht möglich.

Zuvor hatte die GEMA in einer Allianz mit acht weiteren Verwertungsgesellschaften die jüngsten Verhandlungen mit den YouTube-Betreibern für gescheitert erklärt. Ein einst zum deutschen Markteintritt der Plattform geschlossener Deal war bereits Ende März 2009 ausgelaufen, seitdem kam es zu keiner neuen Einigung.

"Vor dem Hintergrund, dass im Musikbereich neue Geschäftsmodelle entstehen, ist es für die gesamte Musikbranche wichtig, dass überzogene Kosten nicht gleich solche Anbieter und Webseiten im Keim ersticken, die für Künstler signifikante Umsätze liefern und Absatzwege darstellen könnten", lässt nun Patrick Walker wissen, bei Google als Director Video-Partnerships EMEA unter anderem für Videopartnerschaften in Europa zuständig. Vor dem Hintergrund von Vereinbarungen mit Verwertungsgesellschaften in Großbritannien, den Niederlanden, Japan oder Korea sei man über die Entscheidung der GEMA "enttäuscht": "Wir haben mit der GEMA über eine Vereinbarung verhandelt, damit Musikvideos der von ihnen vertretenen Künstler auf YouTube abgerufen werden können. Je populärer diese Musikvideos sind, desto mehr Geld könnte YouTube erwirtschaften, um es mit Verwertungsgesellschaften und den von ihnen vertretenen Autoren zu teilen."

Man könne jedoch nicht erwarten, so Walker, dass sich YouTube in ein Geschäft begibt, "bei dem es jedes Mal, wenn ein Musikvideo abgerufen wird, Geld verliert - das ist einfach nicht nachhaltig".