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GEMA bricht Verhandlungen mit YouTube ab

Nach rund einem Jahr hat die GEMA ihre Verhandlungen über einen neuen Lizenzvertrag mit dem Videoportal YouTube abgebrochen. Die Verwertungsgesellschaft schließt sich zudem mit acht internationalen Urheberorganisationen zu einer Allianz zusammen, um ein Zeichen gegen die "anhaltende illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke" zu setzen.

10.05.2010 10:32 • von Christian Schober
Will ein Zeichen für den Wert der Musik setzen: Harald Heker (Bild: Jochen Zick)

Die GEMA hat nach rund einem Jahr die Verhandlungen über einen neuen Lizenzvertrag mit dem Videoportal YouTube abgebrochen. Die Verwertungsgesellschaft hat sich zudem mit acht internationalen Urheberorganisationen zu einer Allianz zusammen geschlossen, um ein Zeichen gegen die "anhaltende illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke" im Internet zu setzen.

Begleitend zum Verhandlungsabbruch fordert die Allianz von YouTube, "rund 600 der von dem Videoportal seit dem 1. April 2009 illegal genutzten Werke zu löschen beziehungsweise den Abruf von Deutschland aus zu sperren", heißt es aus München. Zu dem internationalen Verbund gehören unter anderem die ASCAP, BMI, SESAC, SACEM und SIAE.

"Das Problem der illegalen Nutzung ist durch das Internet mittlerweile ein internationales", erklärt Dr, Vorstandsvorsitzender der GEMA. "Plattformen wie YouTube sind nicht national beschränkt. Deshalb müssen wir weltweit agieren und haben uns mit acht weiteren Musikautorengesellschaften zu einer Allianz zusammengeschlossen. Gemeinsam repräsentiert dieser internationale Verbund etwa 60 Prozent des Weltrepertoires."

Heker erläutert die Forderung der internationalen Partner wie folgt: "Die Verhandlungen mit YouTube haben leider bisher nicht zu einem akzeptablen Ergebnis geführt. Wir möchten deutlich machen, dass YouTube durchaus für die illegalen Angebote zur Verantwortung gezogen und theoretisch gezwungen werden könnte, die Inhalte zu löschen beziehungsweise den Zugriff darauf zu sperren. Das eigentliche Ziel ist jedoch, eine angemessene Vergütung der Urheber zu erreichen und dafür mit YouTube zu einer neuen Vertragsvereinbarung zu gelangen, die für beide Seiten annehmbar ist."