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Musikverleger fordern Anti-Piraterie-Gesetz

Auf der Jahrestagung des Deutschen Musikverleger-Verbandes (DMV) am 8. Juni in Dresden haben die Teilnehmer an die Bundesregierung appelliert, ein Verwarnsystem gegen Onlinepiraterie umzusetzen.

01.01.1970 01:00 • von Christian Schober

Auf der Jahrestagung des Deutschen Musikverleger-Verband (DMV) am 8. Juni in Dresden haben die Teilnehmer an die Bundesregierung appelliert, ein Verwarnsystem gegen Onlinepiraterie umzusetzen. "Es geht nicht an, dass Deutschland auf dem Weg ist, zu einem Schlaraffenland der Internetpiraten zu werden, während beispielsweise in Frankreich die illegale Musiknutzung mit abgestuften Maßnahmen von der Verwarnung bis hin zu Sperrung von Internet-Zugängen geahndet wird", sagte DMV-Präsidentin Dagmar Sikorski.

Vor allem von schriftlichen Verwarnungen per E-Mail verspricht sich der DMV viel. Die Musikverleger berufen sich dabei auf Umfragen, denen zufolge bereits nach der ersten Abmahnung 80 Prozent der Nutzer ihre Filesharingaktivitäten einstellen. Sikorski warnte, dass die "Musiknutzung zum Nulltarif" den Musikstandort Deutschland und die Kulturvielfalt bedrohe. Es sei höchste Zeit, endlich die Provider bei der Verfolgung von Onlinepiraterie in die Pflicht zu nehmen: "Die Zeit der schönen Worte und Versicherungen muss vorbei sein. Jetzt muss gehandelt werden, denn die Existenz der Kreativen ist gefährdet."

Die deutschen Musikverleger forderten die Politik auf, dem Beispiel Frankreichs zu folgen und sich nicht hinter "Telekommunikationsgesetz und Datenschutz zu verstecken". Deutschland müsse in der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen endlich Eigeninitiative ergreifen, so die DMV-Mitglieder.