Musik

DMV stellt Zukunftsfragen und wählt Vorstand neu

Die Mitglieder des Deutschen Musikverleger-Verbandes (DMV) haben auf ihrer Jahrestagung vom 9. bis 11. Juni in Lübeck Zukunftsfragen der Musiknutzung erörtert. Außerdem wurde bis auf eine Position der gesamte Vorstand wiedergewählt.

13.06.2008 16:12 • von

Die Mitglieder des Deutschen Musikverleger-Verbands (DMV) haben auf ihrer Jahrestagung vom 9. bis 11. Juni in Lübeck Zukunftsfragen der Musiknutzung erörtert. Außerdem wurde bis auf eine Position der gesamte Vorstand wiedergewählt.

Der Verband habe sich in den vergangenen Jahren in den wichtigen Gremien der Parteien und in der Bundesregierung Gehör verschaffen können, zog DMV-Präsidentin Dagmar Sikorski eine positive Bilanz. Auch auf internationaler Ebene habe man die DMV-Vorstellungen des Berufsstandes deutlich machen können. "In einer Zeit der radikalen Veränderungen auf dem nationalen und internationalen Musikmarkt ist die Solidarität unter den Akteuren der Musikwirtschaft dringend notwendig", erklärte Sikorski. Für die Zukunft hoffe sie, dass eine noch engere Zusammenarbeit stattfinde, um die Interessen der Musikwirtschaft zu vertreten.

Sikorski übte aber auch Kritik an der deutschen Politik. So sei es für Musikpiraten viel zu einfach, unter dem Mantel des Datenschutzes unentdeckt zu bleiben. "Die Kosten für die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen liegen auf den Schultern der Rechteinhaber, obwohl diese auch in erster Linie die Verluste erdulden müssen", klagt die DMV-Präsidentin. "Das ist eine ungerechte Situation", wird Sikorski von "Billboard" zitiert. Einige der gut 180 versammelten Musikverlegern kritisierten auch die Deckelung der Abmahngebühren bei Urheberrechtsverletzungen bei der ersten anwaltlichen Abmahnung bei 100 Euro.

Auf dem Programm des DMV standen aber auch Vorträge, die sich mit der Zukunft der Musik beschäftigten. So referierte mp3-Erfinder Prof vom Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie über die neuesten technologischen Entwicklungen, auch vor dem Hintergrund, dass mit dem Zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle künftig auch unbekannte Nutzungsarten übertragen werden können. In einer Diskussionsrunde zum Thema "Zukünftige Geschäftsmodelle der Musikbranche" debattierten Michael Bisping, Geschäftsführender Gesellschafter von A, 105-Music-Labelchef Heinz Canibol sowie die DMV-Mitglieder Jens-Markus Wegener und Peter F. Außerdem referierte Ruth Hieronymi, Mitglied des Europäischen Parlaments, über aktuelle Entwicklungen im Bereich der EU-Verwertungsgesellschaften.

Bei der Jahrestagung fanden außerdem die turnusmäßigen Neuwahlen statt. Bis auf eine Position wurde der gesamte Vorstand wiedergewählt. Er konstituiert sich aus (v.l.n.r.): Präsidentin Dagmar Sikorski (Sikorski Musikverlage), Schatzmeister Prof (Peermusic, Patrick Strauch (Sony/ATV), Vorsitzender des Ausschusses Multinationale Musikverlage, Winfried Jacobs (Boosey & Hawkes), Vorsitzender des E-Ausschusses, Thomas Tietze (Bärenreiter-Verlag), Vorsitzender des Ausschusses für Leihmaterialen und Musikalien, Karl-Heinz Klempnow (Gloriella), DMV-Vizepräsident und Vorsitzender des GEMA-Ausschusses, Gabriele Schulze-Spahr (Moorea), Vorsitzende des Rechtsausschusses, Jürgen Thürnau (Crocodile Music), neuer Vorsitzender des U-Ausschusses und Peter F (Budde), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Der Vorstand wurde für drei Jahre gewählt.