Musik

Alive will Präsenz im Handel ausbauen

23.01.2008 15:52 • von

Vor allem in Zusammenarbeit mit den Fachmärkten und dem Versandhandel sei Alive gewachsen, aber auch bei den Facheinzelhändlern konnte der Umsatz gesteigert werden. Das Unternehmen erziele Umsätze von "mehr als 20 Millionen Euro" und schreibe nunmehr im vierten Jahr schwarze Zahlen, so Beck: "Für 2008 erwarte ich eine erneute Steigerung. Nicht, weil das der Marktentwicklung entspricht, sondern weil wir uns auf die Gegebenheiten eingestellt haben."

Dabei hat das DVD-Geschäft mit einem Umsatzanteil von 70 Prozent die CD inzwischen überholt. Zu den bestverkauften DVDs zählten neben "" Comedy-Themen wie " von Hape Kerkeling oder "". Nach wie vor seien zudem auch Bollywood-DVDs erfolgreich. Im Musikgeschäft profitierte Alive unter anderem von Midprice- und Budget-Produkten aus dem Hause Disky, für die man den Vertrieb für MediaMarkt und Saturn übernahm. Außerdem gewann Alive zehn weitere Independent-Labels als Vertriebskunden hinzu.

Künftig will Alive seine Präsenz im Handel ausbauen: "Jetzt widmen wir uns dem Buchhandel mit DVD und Tonträgern." Der Fokus soll dabei auf Arthouse-Filmen und Literatur-Verfilmungen liegen. Zu den Schwerpunkten fürs Frühjahr zählt Beck die am 22. Februar geplante Veröffentlichung von "" von Fatih Akin und die voraussichtlich Ende Mai anstehende Veröffentlichung von "Control", der Filmbiographie von Anton Corbijn über Joy-Division-Sänger Ian Curtis. "Die wird auch im Musikfachhandel funktionieren", gibt sich Beck sicher.

Als "Türöffner" bezeichnet er den neuen Film "DWK 5 - Die wilden Kerle", weil Alive die Rechte für die Vermarktung von Hörbuch und Soundtrack über den Buchhandel habe. Im Buchgeschäft arbeitet Beck zunächst mit freien Handelsvertretern zusammen. "Außerdem wollen wir im Musikbereich unsere Aktivitäten rund um den ATP - Alive Trend Pool ausbauen." In Zusammenarbeit mit dem Magazin "Intro" habe man im Herbst im Rahmen einer Marketingaktion mehr als 3000 Promotion-CDs über den ATP verteilt - "das wird im Frühjahr 2008 fortgesetzt." Denkbar sei laut Beck zum Beispiel eine Leistungsschau des neu bei Alive angedockten !K7-Labels.

Durch den Aufbau der Marke Enterlog, unter der Alive seine Aktivitäten im Bereich Vendor Managed Inventory (VMI) bündelt, wuchs das Unternehmen bis auf rund 60 Mitarbeiter. Das VMI-System errechnet aus den täglichen Abverkaufsdaten des angeschlossenen Handels eine bedarfsgerechte Nachlieferung durch den Vertrieb. "Enterlog haben wir im vergangenen Jahr als zusätzliches Logistikangebot ins Leben gerufen", berichtet Beck. Bislang konnte Enterlog mehr als 230 Saturn- und MediaMärkte für das VMI-System gewinnen, weitere Händler und Märkte sollen folgen.

Auf Unternehmensseite zählen bereits Groove Attack, Zyx und da music zu den VMI-Kunden von Alive; ab Februar kommt in-akustik dazu. Um das im VMI-Geschäft nötige Vertrauen zwischen Lieferant und Handel zu stärken, besetzte Beck die VMI-Abteilung vor allem mit Mitarbeitern aus dem Einzelhandel wie Michael Herrmanns, der zuvor beim amm war, oder Martin Schneider, einst bei HMV tätig. Becks postitives Fazit: "Unsere Ziel ist es, mit Alive und Enterlog passgenaue Dienstleistungen für die gesamte Branche anzubieten und dennoch nicht den Spaß am Produkt zu verlieren."