Musik

Slacker will die mobile Musikwelt aufmischen

Beim SXSW Kongress sorgte ein Start-up für Aufsehen, das Onlineradio und mp3-Player mit Satelliten- und WLAN-Datentranfers kombiniert. Slacker.com will sich über eine Nische in den Digitalmarkt drängen, die von iPod, Satellitenradios oder Abodiensten unbesetzt bleibt.

01.01.1970 01:00 • von

Beim South by Southwest (SXSW) Kongress sorgte ein Start-up für Aufsehen, das Onlineradio und mp3-Player mit Satelliten- und WLAN-Datentranfers kombiniert. Slacker.com will sich über eine Nische in den Digitalmarkt drängen, die von iPod, Satellitenradios oder Musikabodiensten bislang unbesetzt bleibt.

Kernstück von Slacker ist ein webbasiertes, personalisierbares Onlineradio à la Last.fm oder Pandora. Nutzer können dort aus gut 100 "Sendern" und mehr als 10.000 Acts auswählen und dem System per Mausklick mitteilen, welche Titel ihnen gefallen und welche Art von Musik künftig nicht gespielt werden soll. Slacker will dieses bekannte Konzept nun auf tragbare Geräte übertragen.

Eine Reihe von Playern, die im Lauf des Jahres auf den Markt kommen sollen, können das Onlineradio auch ohne Computer empfangen. Die Geräte, die mit Flashspeichern (2 GB bis 12 GB) und einem vier Zoll großen Farbdisplay angeboten werden sollen, können die Slacker-Sender entweder über eine WLAN-Verbindung oder über ein Satellitensignal empfangen. Zudem werden die Player auch Audio- und Videoinhalte vom Computer übernehmen können, Slacker spricht von Kompatibilität mit den Formaten mp3, WMA, WMV und MPEG-4. Später soll es auch Zubehör für den Einbau im Auto geben.

Die Geräte sollen voraussichtlich ab 150 Dollar kosten. Der Empfang des Onlineradios ist kostenlos, solange die Nutzer die Werbung dulden, die in Form von Videos zwischen die Songs geschnitten wird. Wer 7,50 Dollar pro Monat bezahlt, erhält das Slacker-Musikkonzept werbefrei und kann diverse Zusatzfunktionen nutzen. So kann man dann z.B. beliebig oft einen Titel aus der Auswahl verbannen oder die "Weiter"-Taste drücken, um den nächsten Titel anzuspielen. In der kostenlosen Version geht das maximal sechsmal pro Stunde.

Um eine reibungslose Wiedergabe auch ohne aktive Datenverbindung zu gewährleisten, speichern die Slacker-Player mehrere Stunden Musik vorübergehend im Cache. Die Titel können jedoch nicht dauerhaft gesichert werden. Sobald eine Verbindung über einen WLAN-Hotspot oder eine Satellitenverbindung hergestellt wird, sorgt Slacker automatisch für ein Update der Musik.

Nutzer sollen bei Slacker aber nicht nur flüchtige Musik erhalten: Später im Jahr soll der Service um einen Downloadshop ergänzt werden, bei dem einzelne Titel die üblichen 99 Cents kosten sollen. Lizenzen hat sich das Unternehmen mit seinen derzeit 50 Mitarbeitern von allen vier Majors gesichert. Dabei handelt es sich um so genannte Rechte für interaktive Radiodienste, die direkt mit den Rechteinhabern geklärt wurden.

Hinter Slacker stecken federführend drei Experten der Player- und Hardwarebranche. CEO Dannis Mudd war einst Chef der Firma MusicMatch, die inzwischen zu Yahoo! gehört. President Jim Cady fungierte einst als CEO des Player-Pioniers Rio. Und Marketingleiter Jonathan Sasse war früher CEO des Playerherstellers iRiver America.

Bisher hat sich Slacker 13 Millionen Dollar Startkapital gesichert. Die ersten Geräte will das Unternehmen in Eigenregie entwickeln und herstellen lassen. Auf absehbare Zeit will man aber versuchen, das Konzept und die zugehörigen Softwarelösungen bei anderen Player- und Handyherstellern unterzubringen.

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