Musik

Grönemeyer startet zum Kampfpreis

Die Veröffentlichung der neuen CD von Herbert Grönemeyer, "12", wurde mit zahlreichen Angeboten für weniger als zehn Euro begleitet. Das sorgte teils für rege Nachfrage, teils aber auch für lange Gesichter im Handel.

02.03.2007 18:03 • von Knut Schlinger

Die Veröffentlichung der neuen CD von Herbert Grönemeyer, 12", wurde mit zahlreichen Angeboten für weniger als zehn Euro bei Karstadt, WOM, MediaMarkt und Saturn begleitet. Das sorgte teils für rege Nachfrage, teils aber auch für lange Gesichter im Handel, dem nach zwei schwachen Monaten zum Jahresstart ein Renner nach Stückzahlen und Margen gut getan hätte.

"Die erste Stunde nach Ladenöffnung wurde heute ausschließlich die neue Grönemeyer-CD verkauft", sagt Federico Pruss von Schaulandt in Braunschweig. Allerdings sei die Nachfrage noch nicht vergleichbar mit dem Start von Mensch". Die CD sei dennoch die meistverkaufte am 2. März, viele Kunden hätten gleich mehrere Exemplare mitgenommen. "Interessant war dabei, dass von den drei verfügbaren Farben die graue am besten lief. Für die limitierte Ausgabe mit der DVD-Audio im 5.1-Mix interessierte sich dagegen kaum jemand", ergänzt Pruss, bei dem die CD für 9,99 Euro zu haben ist.

"Grönemeyer läuft super, obwohl hier in Lüneburg die drei Anbieter Karstadt, MediMax und MediaMarkt die CD für 9,99 Euro verramschen", berichtet Jörg Tolle von SiTo in Lüneburg: "Dadurch konnten wir unseren Einkaufspreis deutlich verbessern." SiTo könne die CD nun für 12,12 Euro anbieten, "was durchaus sehr gut ankommt".

"Die neue Grönemeyer-CD verkauft sich gut. Am Veröffentlichungstag ist das bei Künstlern dieses Kalibers aber auch zu erwarten", meint Frank Pagenkemper von MFP. "Ob die Erwartungen an das Album erfüllt werden können, zeigt sich dennoch erst in den nächsten Wochen." Als gutes Zeichen wertet er, dass die Grönemeyer-Konzerte mit mehr als 800.000 Plätzen bereits nahezu ausverkauft seien. "Warten wir also ab, wann EMI 800.000 verkaufte Alben in Deutschland melden kann."

Bei Thomas Glück im Frankfurter Musikladen liefen andere Titel besser, zum Beispiel die neuen Alben von Saxon (The Inner Sanctum"), Arcade Fire (Neon Bible") oder das Nick-Cave-Projekt (Grinderman"). Glück schob das vor allem auf die Preise der Mitbewerber: "Dass Läden, die halbwegs normal kalkulieren, an einem potenziellen Erfolg des Albums zum wiederholten Mal nicht teilnehmen können, ist naheliegend." Er selbst hatte "12" mit 17,99 Euro ausgezeichnet.

Heinz Rüdiger Bross von Rimpo in Tübingen konnte wegen Problemen bei Trans-O-Flex zunächst keine "12"-Alben anbieten - bei ihm war die Instore-Vorablieferung auch am Veröffentlichungstag um 10:30 Uhr noch nicht eingetroffen. Wenig später konnte er dann unter anderem die 35 Vorbestellungen bedienen, zu einem Preis von 16,99 Euro.

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