Musik

EU wird für Sony BMG wohl in die Verlängerung gehen

Am 1. März blickt die Musikbranche gespannt nach Brüssel, wo die EU-Kommission ein zweites Mal über die Fusion entscheiden wird, die zur Bildung von Sony BMG führte. Rechtsexperten zweifeln zwar nicht an einer Genehmigung, jedoch rechnen sie mit einer vertieften Prüfung.

27.02.2007 09:54 • von
Am 1. März blickt die Musikbranche gespannt nach Brüssel, wo die EU-Kommission ein zweites Mal über die Fusion entscheiden wird, die zur Bildung von Sony BMG führte. Nicht nur Sony und Bertelsmann warten auf den Befund der Wettbewerbshüter auch Warner Music wird durch das Verdikt der Kommission einen Fingerzeig erhalten, wie es mit der geplanten Übernahme von EMI weitergehen wird.

Rechtsexperten zweifeln zwar nicht an einer erneuten Genehmigung, jedoch rechnen sie nicht so bald mit einem grünen Licht. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFX erklärten EU-Insider, dass es höchstwahrscheinlich zu einer vertieften Prüfung kommen wird. Das würde bedeuten, dass eine nachträgliche Erlaubnis für Sony BMG mindestens weitere 90 Tage Aufschub bekäme. Diese Verzögerung sei praktisch unvermeidlich, weil es der Kommission bis Donnerstag unmöglich gelingen könne, alle nötigen Belege und Informationen zu sammeln, die eine Entscheidung rechtfertigen würden.

Die erste Fusionsgenehmigung aus dem Juli 2004 wurde vom Europäischen Gerichtshof im Juli 2006 wegen Verfahrensmängeln kassiert. Eine weitere Blamage dieser Art wird sich die Kommission nicht erlauben wollen. Mit einer zweiten Prüfphase rechnen auch die beiden betroffenen Konzerne und der Independentverband Impala. Allerdings fordern die unabhängigen Firmen diesmal spürbare Auflagen, sonst werde man erneut vor Gericht ziehen, um die Fusion anzufechten, hatte die Impala-Spitze angekündigt.

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