Musik

Taiwans P2P-Dienst Kuro verurteilt

Der Branchenverband IFPI begrüßt die Verurteilung des taiwanesischen P2P-Dienstes Kuro. Durch den Abschluss des Verfahrens sei erstmals ein Betreiber einer Tauschbörse strafrechtlich verurteilt worden. Das Gericht verhängte Gefängsnisstrafen von vier Monaten bis zu drei Jahren. Zusätzlich soll Kuro Schadensersatz in Höhe von rund 90.000 US-Dollar zahlen.

09.09.2005 14:09 • von Daniela Gutfleisch
Der Branchenverband IFPI begrüßt die Verurteilung des in Taiwan beheimateten P2P-Dienstes Kuro. Durch den Abschluss des Verfahrens sei erstmals ein Betreiber einer Tauschbörse strafrechtlich verurteilt worden. "Das ist eine gute Nachricht für die Künstler und die Musikbranche, besonders in Taiwan, wo das Piraterieproblem schon lange bekannt ist", erklärte Lauri Rechardt, IFPI Director of Licensing and Litigation. Der Fall bestätige außerdem einen internationalen Trend, der die legalen Download-Dienste unterstütze. Mit Verweis auf die jüngsten Urteile gegen die Tauschbörsen KaZaA, Grokster und Soribada sagte Rechardt: "Diese vier Urteile in verschiedenen Ländern zeigen eindeutig, dass unauthorisierte P2P-Dienste illegal sind."

Im Fall von Kuro verurteilte das Gericht die beiden Chen-Brüder, die die Tauschbörse betrieben, zu drei Jahren Gefängnis. Ihr Vater, der die Position des President bekleidete, erhielt zwei Jahren, ein User, der Musikdateien in den P2P-Dienst hochgeladen hatte, vier Monate. Zusätzlich muss Kuro Schadensersatz in Höhe von soll 90.000 US-Dollar (rund 72.600 Euro) zahlen.

Kuro operierte als Subskriptionsdienst. Die Nutzer zahlten für den Zugang zu hauptsächlich lokalem Repertoire eine Gebühr an die Betreiber. Künstler und Labels gingen dabei leer aus. Die Betreiber müssen den Dienst in seiner bisherigen Form laut Urteil einstellen. Entweder müsse er komplett geschlossen werden, oder die Betreiber müssten ihn entsprechend reformieren.

Mehr zum Thema