Musik

US-Kongress winkt Copyright Act durch

Der US-Kongress hat gestern den Weg für ein Gesetz geebnet, das die Benutzung von Camcordern in Kinos unter Strafe stellt. Teil des so genannten Family Entertainment and Copyright Acts ist jedoch auch ein Freibrief für das Unternehmen Clearplay.

20.04.2005 10:35 • von Mareike Haus
Das Abfilmen von Filmen mit Camcordern wird bald US-weit unter Strafe stehen. Der US-Kongress winkte am Dienstag den so genannten Family Entertainment and Copyright Act durch, der diese Forderung der US-Filmindustrie berücksichtigt. "Über 90 Prozent der raubkopierten Filme werden von Leuten hergestellt, die Filme in den Kinosälen abfilmen", behauptet Dan Glickman, Präsident der Motion Picture Association of America (MPAA). "Indem er dies unter Strafe stellt, hat der Kongress heute ein klares Signal für Recht und Ordnung gesetzt", so Glickman weiter.

Während diese Passage des Gesetzes bei der Industrie auf einhellige Zustimmung stößt, dürfte der im Family Entertainment and Copyright Act verankerte Freibrief für Videoschnitttools wie von der Firma Clearplay angeboten, die Kröte sein, die die MPAA schlucken musste, um seine Antipiraterieforderungen durchsetzen zu können. DVD-Player des im Mormonenstaat Utah ansässigen Herstellers beinhalten ein Programm, das "anstößige Szenen" aus Filmen herausfiltert. Der Verband Directors Guild of America hatte Clearplay vergeblich wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt.

Der Family Entertainment and Copyright Act wird rechtskräftig, sobald Präsident Bush das Gesetz unterschreibt.