Musik

Brandes gesteht Stützkäufe und will von Reue nichts wissen

Tagelang schwieg er zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, in der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner" ging Produzent David Brandes nun in die Gegenoffensive: 2000 Exemplare von Gracias Single "Run & Hide" habe er gekauft und findet dies "moralisch okay".

20.04.2005 10:22 • von Daniela Gutfleisch

Tagelang schwieg er zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen der gezielten Charts-Manipulation, in der ZDF-Talkshow "Johannes B. Kerner" ging Produzent David Brandes nun zur Gegenoffensive über: In den ersten drei Wochen nach der Veröffentlichung habe er gezielt 2000 Exemplare von Gracias Single Run & Hide" gekauft. "Wir haben das in aller Regel nur in den ersten drei Wochen gemacht", so Brandes. "Dieses Thema ist so alt wie die Charts selbst." Das Medienspektakel der vergangenen Wochen findet er übertrieben, die Vorfälle seien überbewertet: "Würden wir so etwas nicht tun, hätten unsere Künstler Wettbewerbsnachteile, weil ich weiß, dass viele in der Branche das machen. Ich find's moralisch okay."

Media Control-Geschäftsführerin Ulrike Altig findet es anscheinend nicht: "Das, was hier passiert ist, übersteigt das Normale", sagte sie in der ZDF-Sendung. Natürlich gebe es immer wieder Versuche, die Hitlisten zu beeinflussen, aber solche "Hamsterkäufe" habe sie noch nie erlebt. "In so einer Form war das noch nie da, das zeigt enormes Insiderwissen." Die kolportierte Zahl von 31.000 aufgekauften Brandes-Produktionen wollte Altig zumindest nicht dementieren.

Ungeachtet des Geständnisses ihres Produzenten sieht Sängerin Gracia Baur keine Veranlassung, ihre Teilnahme am Grand Prix zurückzuziehen. Sie sei "von Deutschland gewählt worden", sagte sie. Von den Stützkäufen habe sie nichts gewusst und findet die Vorgänge "nicht so verwerflich".

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