Musik

Sony BMG zieht von Berlin nach München

24.09.2004 15:40 • von Daniela Gutfleisch

Der Weggang Sonys sei "extrem bedauerlich", sagte Petra Müller, Geschäftsführerin der Förderanstalt Medienboard Berlin-Brandenburg der "Berliner Zeitung". Zu einem Abbröckeln der Musikszene werde es aber nicht kommen. Das kreative und günstige Umfeld von Berlin könne München nicht bieten. Auch die IHK rechnet nicht mit einer Abwanderungsbewegung. Kurt Geppert vom Deutschen Institut der Wirtschaft betonte, Berlin bleibe nach wie vor die Musikhauptstadt in Deutschland. Auch Balthasar Schramm kritisiert die Standortwahl: "München ist nicht der Platz, wo einer der Marktführer sein sollte", sagte er im "Tagesspiegel". Das dürfte sich auch Sony/ATV-Chef Mike Weller denken, dessen Publishing-Geschäft von den Umstrukturierungen nicht betroffen ist und deshalb in Berlin bleiben kann.

Anders bei BMG Berlin Musik: Aus Insider-Kreisen verlautet, dass BMG die Räumlichkeiten am Wittelsbacher Platz bereits gekündigt haben soll. Durch die Umstrukturierung soll ein Drittel der Stellen bei Sony BMG Deutschland wegfallen. Steinkamp bemühte sich auf einer Mitarbeiterversammlung, die erregten Gemüter zu beruhigen. Frühestens Ende des Jahres werde über personelle Veränderungen entschieden. Medienberichten zufolge will Michael Smellie, COO von Sony BMG, die Verschmelzung beider Unternehmen bis Ende Juni 2005 abschließen. International sollen etwa 2000 Stellen wegrationalisiert werden. Die Kosten für die Fusion werden von Bertelsmann-Finanzchef Siegfried Luther auf 370 Mio. Euro geschätzt.