Musik

Schramm kartet in Standortdebatte nach

Vertreter aus Politik und Wirtschaft sehen Berlin auch nach dem Entscheid Sony BMGs für München als Musikhauptstadt Deutschlands. Der scheidende Sony-Chef Balthasar Schramm zweifelt zudem an, dass München der günstigere Standort sei.

21.09.2004 11:36 • von Knut Schlinger

Vertreter aus Politik und Wirtschaft sehen Berlin auch nach dem Entscheid Sony BMGs für München als Musikhauptstadt Deutschlands. Der Weggang Sonys sei "extrem bedauerlich", zu einem Abbröckeln der Musikszene werde es aber nicht kommen, sagte Petra Müller, Geschäftsführerin der Förderanstalt Medienboard Berlin-Brandenburg der "Berliner Zeitung": "Das kreative und günstige Umfeld von Berlin kann München nicht bieten." Mit einer Abwanderungsbewegung rechnen weder Wirtschaftssenator Harald Wolf von der PDS noch die IHK-Berlin. Deren Sprecher Stefan Siebner sieht allerdings den Verlust Sonys als einen "kleinen Kratzer im Image Berlins als Medienstandort". Dennoch bleibe Berlin "nach wie vor die Musikhaupstadt in Deutschland", betonte Kurt Geppert vom Deutschen Institut der Wirtschaft gegenüber der "Berliner Zeitung".

"München ist nicht der Platz, wo einer der Marktführer sein sollte", kritisierte der scheidende Sony-Chef Balthasar Schramm im "Tagesspiegel" die Entscheidung gegen Berlin. Obwohl die hohen Mietpreise am Sony-Standort Potsdamer Platz zur Entscheidung für München beigetragen haben sollen, zweifelt Schramm an, dass München der günstigere Standort ist: "Gemessen an den Lebenshaltungskosten, den Mieten, der Wochenarbeitszeit und den Feiertagen ist München insgesamt der deutlich teurere Standort."

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