Musik

Mobilfunker machen Musik

01.06.2004 12:00 • von Daniela Gutfleisch

Es kommt ihm flüssig über die Lippen: "Electronic Beats verkörpert den elektronischen Pulsschlag eines innovationsaffinen und mobilen Lifestyles", erklärt Ralf Lülsdorf, zuständig für Sponsorship und Events bei T-Mobile. Bereits 2001 rief das Unternehmen das Konzept ins Leben. Neben Festival-Aktivitäten stand damals die wöchentliche, Ende 2002 aber eingestellte Viva-Sendung "Electronic Beats" im Mittelpunkt. Nach einer Pause will T-Mobile die Marke jetzt wieder zu einem wichtigen Baustein seiner Marketingstrategie ausbauen.

"Das Konzept ist langfristig angelegt und soll in einer glaubwürdigen Plattform für Musik und Telekommunikation münden. Damit grenzen wir uns auch eindeutig von den im Werbefernsehen dargebotenen Klingelton-Penetrationen ab", beschreibt Lülsdorf die Grundidee, wobei sich der Fokus zunächst auf den Livesektor richtet. Erster Event war ein Konzert mit 2raumwohnung, Mia. und Chicks on Speed am 19. Mai im T-Mobile-Forum in Bonn; parallel unterstützt das Unternehmen Sven Väths CocoonClub-Tour durch Europa und das Sommerprogramm des DJs auf Ibiza mit Hilfe von Sponsoringaktivitäten und treibt die Vermarktung mobiler Musikinhalte voran. So fungiert electronic beats als "eine Art Distributionspartner" für mobilen Content wie etwa Ringtones von Labels wie Stereo Deluxe und Compost Records.

Die genannten Firmen gelten laut Lülsdorf als Glaubwürdigkeitsgaranten und passen somit ideal ins "Electronic Beats"-Format: "Unser Schwerpunkt liegt, ganz in der Tradition von Bands wie Kraftwerk und Can, auf elektronischer Musik aus Deutschland mit internationalem Anspruch." Der Name Electronic Beats stehe zudem für den Freiraum innerhalb des Genres; das Konzept lasse sich nicht auf House oder Techno beschränken. Insgesamt beurteilt Lülsdorf, der T-Mobile fit machen will für den mobilen Download, die Chancen für das mobile Music-Business als sehr groß. Er prognostiziert, dass "das Bedürfnis, was Musikbeschaffung angeht, sich stark auf mobile Dienste ausweiten wird." Die technische Entwicklung sei hier seiner Ansicht nach drei Jahre schneller gewesen, als er selbst gedacht habe.